Allmenden – gemeinschaftlich genutzte Felder und Wälder – waren über Jahrhunderte die Grundlage bäuerlichen Lebens. Sie standen für Selbstbestimmung, Solidarität und gemeinsame Rechte. Heute, inmitten von Klima- und sozialen Krisen, gewinnen Allmenden, oder weiter gefasst auch englisch Commons genannt, neue Bedeutung.
Eine Daseinsvorsorge, die das Gemeinwohl ausschließlich durch Eigennutzstreben zu erreichen meint, hat sich schon mehrfach sozial, ökonomisch-ökologisch und politisch als nicht nachhaltig erwiesen. Kurz zusammenfasst kann man sagen: Wie wir den Boden als Element der Natur und als Element menschlicher Kultur behandeln, so pflegen wir auch Gemeinschaft und Gesellschaft.
Welche Formen gemeinschaftlicher Nutzung brauchen wir jetzt – und was können wir dafür aus der Geschichte der Bauernaufstände seit 1525 lernen? Welche praktischen Erfahrungen gibt es bereits und was ist erforderlich, um diese zu stützen und zu stärken? Wie können wir Commons und Allmenden (wieder) zur „kulturellen Hegemonie" verhelfen?
Wir begrüßen auf der Tagung u.a.:
Isabel Feichtner
In ihrem Buch Bodenschätze (2025) veranschaulicht die Rechtswissenschaftlerin (Universität Würzburg), welche Möglichkeiten es gibt, Commons und das Gemeinsame zurückzugewinnen.
Sabine Minninger
Als Referentin für Klimapolitik bei Brot für die Welt setzt sie sich für Klimagerechtigkeit für die ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen ein.
Florian Hurtig
Obstbauer und Aktivist, Autor von 500 Jahre Bauernkriege. Widerstand gegen Landraub und Ausbeutung von 1525 bis heute.
Manuel Wagner
In der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft aktiv, beschäftigt er sich mit gerechter Boden- & Agrarpolitik vor allem in Ostdeutschland und fragt sich, wie eine solidarische Verbindung von urbanen und ländlichen Räumen gestaltet werden kann.
Tagungsassistenz
Tagungsleitung
Zeit: 26. Juni - 27. Juni
Ort: Bad Frankenhausen
Veranstalter: Evangelische Akademie Thüringen, moeller@ev-akademie-thueringen.de
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