Vortrag und Gespräch
Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche wurde in der Vergangenheit vor allem eins: totgeschwiegen. Viele Betroffene berichten, dass die Täter ihnen – meist unter Androhung einer Strafe – auferlegt hätten, mit niemandem über die Tat zu reden. So blieben sie mit ihren Erfahrungen und ihrem Leid jahrelang allein. Das Schweigen verstärkte dabei häufig die Scham – wie auch das Gefühl, selbst mitschuldig an der erlittenen Gewalt zu sein. Inwiefern hat die christliche Theologie von Sünde und Schuld diese Probleme in der Vergangenheit noch verstärkt? Welche Haltung brauchen wir heute, um Menschen zu unterstützen, das Schweigen zu brechen – und als Kirche auch theologisch verantwortungsvoll über Schuld und Scham zu sprechen? In einem Vortrag entwickelt Kirchenpräsidentin Christiane Tietz hierzu theologische Perspektiven. In der anschließenden Diskussion befassen wir uns mit der Deutungsmacht der Kirche, der Überschreitung und Wahrung von (Scham-)Grenzen sowie der Übernahme von Schuld im Prozess der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Der Abend wird von einem Seelsorgeteam begleitet, das für persönliche Gespräche zur Verfügung steht.
Die Veranstaltung ist Teil der Akademie-Reihe „Hingeschaut. Sexualisierte Gewalt und Missbrauch in der evangelischen Kirche“ in Kooperation mit der Fachstelle gegen Sexualisierte Gewalt der EKHN.
Zeit: 25. März 2026 um 19:30 - 21:00
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, 60311, Frankfurt am Main, Deutschland
Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt, office@evangelische-akademie.de
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