Der Dokumentarfilm „Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR" (Regie: Barbara Wallbraun, 2019) erzählt die Lebensgeschichten von sechs Frauen, die in der DDR lesbisch lebten. Durch persönliche Interviews und künstlerische Animationen zeichnet der Film ein Bild von den Herausforderungen und Erfahrungen lesbischer Frauen im realsozialistischen Deutschland.
Obwohl Homosexualität in der DDR rechtlich nicht explizit kriminalisiert war, waren homosexuelle Menschen gesellschaftlichen Vorurteilen und staatlicher Kontrolle ausgesetzt. Das sozialistische System wertete Homosexualität oft als Abweichung von der Norm und versuchte, durch Überwachung und soziale Ausgrenzung Einfluss auf das Leben lesbischer Frauen und schwuler Männer zu nehmen. Sichtbarkeit und öffentliche Anerkennung waren damit kaum möglich.Im Anschluss an die Filmvorführung gibt die Regisseurin Barbara Wallbraun Einblicke in die Entstehung des Films und steht für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Dr. Teresa Tammer, stellvertretende Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die das Thema Homosexualität in der DDR wissenschaftlich erforscht hat, und Katharina Kempken vom Thüringer Archiv für Zeitgeschichte ergänzen zum historischen Kontext.
Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt.
Zeit: 1. Oktober 2025 um 17:30 - 20:00
Ort: Kino am Schillerhof, 07743 Jena
Veranstalter: Evangelische Akademie Thüringen, moeller@ev-akademie-thueringen.de
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