Konzepte der Toleranz ziehen sich leitmotivisch durch die frühneuzeitliche Geschichte Braunschweig-Wolfenbüttels. Nach Einführung der Reformation 1569 bildeten sich eine irenische Theologie und ökumenische Vorstellungen heraus. Im 18. Jahrhundert war das Fürstentum ein Zentrum der Aufklärung, das Gelehrte wie Gotthold Ephraim Lessing anzog, und etwa pädagogischen Neuansätzen Raum zur Entfaltung bot. Gegenüber Alteritätserfahrungen, wie dem Reformjudentum oder dem aus Afrika stammenden und am Wolfenbütteler Hof ausgebildeten Anton Wilhelm Amo, existierte eine verhältnismäßige Aufgeschlossenheit. Die Tagung dient dem vergleichenden Blick auf diese Phänomene und soll klären, ob sich ein Gesamtzusammenhang im Sinne einer braunschweigischen Toleranztradition rekonstruieren lässt und ob sie nachwirkt, womöglich bis zur Gegenwart. Programm: 13.00-14.00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen und Kennenlernen der Referentinnen und Referenten 14.00-14.30 Uhr: Dr. Brage Bei der Wieden/Kerstin Vogt (Wolfenbüttel/Braunschweig): Begrüßung und Einführung in das Thema 14.30-16:00 Uhr: Sektion 1: Irenik und konfessioneller Ausgleich (16. und 17. Jahrhundert) Dr. Tomás Valle (Hamburg): Johannes Caselius, der Hoffmann-Streit und der Frieden Prof. Dr. Christopher Voigt-Goy (Mainz): Calixt und die Suche nach Religionsfrieden 16.00-16.30 Uhr: Kaffeepause 16.30-18.00 Uhr: Sektion 2: Ökumene und Aufklärung (17. und 18. Jahrhundert) Dr. Stephan Waldhoff (Potsdam): Die Idee der Ökumene: Leibniz, Johann Fabricius und Herzog Anton Ulrich Prof. Dr. phil. Cord-Friedrich Berghahn (Braunschweig): Lessings Toleranzbegriff 18.00-19.00 Uhr: Gemeinsames Abendessen
Zeit: 27. November um 13:00 - 21:00
Ort: Franziskussaal, Alter Zeughof 2/3, 38100 Braunschweig
Veranstalter: Evangelische Akademie Braunschweig
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