In vielfältiger Hinsicht ist die Gegenwart durch Verlusterfahrungen gekennzeichnet, die mit multiplen Krisenphänomenen verbunden sind: Klimakrise, Kriege, wirtschaftliche Krisen, globale Fluchtbewegungen und in alledem zunehmende soziale und individuelle Unsicherheit. Andreas Reckwitz zeigt, dass diese Verlusterfahrungen zwar gegenwärtig intensiv empfunden werden, aber zur Entwicklung der Moderne hinzugehören. Er spricht von der Verlustparadoxie: Die Moderne versucht, Verluste zu minimieren, produziert aber immer neue und potenziert sie so. In dem Vortrag untersucht Reckwitz die Rolle von Religion und Kirche im Kontext akzelerierender Verlusterfahrungen, fragt nach der Fähigkeit von Kirche, ein „doing loss“ einzuüben, also Praktiken des Umgangs mit Verlusten zu erlernen. So werden die Rollen von Religion und Kirche in der Gesellschaft der Gegenwart neu sichtbar.
MITWIRKENDE:
Vortrag: Prof. Andreas Reckwitz, Soziologe und Kulturwissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin
Respondent: Bischof Dr. Christian Stäblein, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
KOOPERATION: Theologische Fakultät der Universität Leipzig, Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt
LEITUNG: Prof. Dr. Alexander Deeg, Dr. Annette Weidhas
Art der Veranstaltung: Fortbildungen/Seminare/Vorträge
E-Mail: akademie@evlks.de
Ansprechperson: Sandra Kirsten sandra.kirsten@evlks.de
Mitwirkende: Prof. Andreas Reckwitz, Bischof Dr. Christian Stäblein, Prof. Dr. Alexander Deeg, Dr. Annette Weidhas
Weitere Informationen: Tagungsnummer: 26-404
Zeit: 20. Mai 2026 um 17:00 - 18:00
Ort: Leipzig: Universitätskirche Leipzig
Veranstalter: Evangelische Akademie Sachsen, 0351/812 43 00
Zur Veranstaltung bei der Akademie