Der Pädagoge und spätere Jugendschriftsteller Albert Ludwig Grimm empfahl 1809 seine Sammlung „Kindermärchen“ den „Eltern und Erziehern“. Diese Zielsetzung signalisierte einen wichtigen Trend bei der Einschätzung von Volksdichtung: Denn Märchen ließen sich hervorragend zur Unterrichtung und Belehrung von Kindern instrumentalisieren. Die Idee eines Volks- und Erziehungsbuchs fiel bei Pädagogen auf fruchtbaren Boden, nachdem sich die alten „Moralischen Geschichten“ als zu langatmig und wenig brauchbar erwiesen hatten. Mit der Gattung Märchen standen kurze, einprägsame Geschichten zum Vorlesen und Nacherzählen zur Verfügung. Welche Vorstellungen sind prägend, welche Weltbilder werden in Märchen vermittelt und in den verschiedenen Medien umgesetzt? Diese und andere Fragen werden anhand einer repräsentativen Text- und Bildauswahl diskutiert, im Kreativteil können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre eigene Erzählfassung entwickeln.
Zeit: 2. Oktober um 15:30 - 4. Oktober um 13:00
Ort: Ev. Tagungsstätte Haus Villigst, Schwerte
Veranstalter: Evangelische Akademie Villigst, info@kircheundgesellschaft.de
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