Filmvorführung mit Einführungsvortrag
Gesellschaftliche Umwälzungen gehen immer mit Protest einher. Doch schafft es der Protest, über sich selbst hinauszugehen und Utopien für eine andere, bessere Welt zu entwickeln? Wir folgen fünf Filmen und ihren Antworten hierzu.
Über den Film „Hungerjahre“ (BRD 1980, R: Jutta Brückner, 114 Minuten):
In ihrem autobiografisch getönten Spielfilm erzählt Jutta Brückner von einem pubertierenden Mädchen und dessen Auseinandersetzung mit der Mutter. Zugleich schildert der Film die Erfahrungen einer ganzen Generation junger Mädchen. Angesiedelt ist die Geschichte in den 1950er-Jahren in der Bundesrepublik; der vollständige Filmtitel „Hungerjahre – in einem reichen Land“ weist darauf hin, dass es in der Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders und der politischen Restauration nicht nur um physischen Hunger, sondern auch um seelische Aushungerung geht. Das Mädchen wächst in einem kleinbürgerlichen Klima der Unterdrückung aller Gefühlsäußerungen auf und bleibt auf eigentümliche Weise gehemmt. In einem langsamen, von großem Detailreichtum bestimmten Erzählfluss zeichnet der Film diesen Alltag nach; zur tristen Gesamtstimmung trägt auch die grau in grau gehaltene Schwarz-Weiß-Fotografie bei.
Weitere Filme in der Reihe „Zwischen Protest und Utopie“ am 5. Mai (Moderne Zeiten), 13. Mai (Persepolis), 26. Mai (BlacKkKlansman) und 27. Mai 2026 (Die Wütenden – Les Misérables)
Zeit: 12. Mai um 18:00 - 20:30
Ort: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, 60596, Frankfurt am Main, Deutschland
Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt, office@evangelische-akademie.de
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