Fachtag mit Workshops
Was bei den einen für Menschenrechte und Selbstbestimmung steht, löst bei anderen Unsicherheiten oder Widerstand aus und wird sogar bekämpft. Immer mehr Länder – auch in Europa – drängen gewonnene Freiheiten wieder zurück: reproduktive Rechte für Frauen, LSBTIQ+-Rechte, die Möglichkeit zu Gender Studies und Sexualkundeunterricht. Auch in Deutschland ist eine Verschiebung und Verhärtung des öffentlichen Diskurses zu beobachten, sobald es um Gender, Feminismus oder LSBTIQ+-Themen geht. Was steckt dahinter und warum ist es wichtig, darum zu wissen? Was hat das Thema mit Diskriminierung zu tun? Welche Fragen und Aufgaben hat man besonders zu beachten, wenn man mit jungen Menschen oder im Bildungskontext arbeitet? Der Fachtag vermittelt Wissen und lädt zur Reflexion ein. Die Workshops bieten eine thematische Vertiefung und Impulse für die Jugend- und Bildungsarbeit.
Workshop 1: Antifeminismus und Queerfeindlichkeit online erkennen und handeln
Jugendliche und junge Menschen verbringen bis zu 7 Stunden am Tag in sozialen Medien, auf YouTube und in Messengern. In diesem Workshop werden wir uns beispielhaft Inhalte anschauen, denen verschiedene Altersgruppen online begegnen und mit denen sie teils gezielt von Akteur:innen radikalisiert werden sollen. Wer ist für die Ansprache extremistischer Akteur:innen besonders anfällig? Was können Erwachsene und pädagogische Fachkräfte entgegensetzen?
Workshop Leitung: Antonia Sannwald, Lehrbeauftragte an der Frankfurter UAS und selbstständige politische Bildnerin
Workshop 2: Kreative Ansätze in der queeren Antidiskriminierungsarbeit
In diesem Workshop wird mit kreativen und theaterpädagogischen Methoden zu den Themen Geschlechterrollen und -erwartungen und queere Identitäten gearbeitet. Ziel ist es neue Impulse und Methoden für den eigenen Arbeitsalltag zu erhalten und einem Raum für Selbstreflexion und Austausch zu ermöglichen.
Workshop Leitung: Nicole Peinz (sie/ihr) von der Koordinierungsstelle für LSBTIQ-Themen im Amt für multikulturelle Angelegenheit und Theaterpädagogin
Workshop 3: Jungen*arbeit - Eine Positionierung gegen Antifeminismus - Ansätze für die pädagogische Praxis
Welche Haltung braucht es von Fachkräften in der Jungen*arbeit, um antifeministischen Äußerungen in der pädagogischen Praxis begegnen zu können? Eine wichtige Rolle spielt dabei, sich die eigene Positionierung zu vergegenwärtigen, Beziehungsarbeit zu ermöglichen und in den Diskurs mit Jungen/männlichen Jugendlichen zu gehen. Im Workshop werden wir hierzu anhand konkreter Praxis Beispiele arbeiten und Handlungsmöglichkeiten werden dabei erläutert.
Workshop Leitung: Marc Melcher (er/ihm), Bildungsreferent/Diplom Pädagoge, Paritätisches Bildungswerk Bundesverband/Fokus Jungs Fachstelle für Jungenarbeit in Hessen
Workshop 4: Gendersensibler Räume in der pädagogischen Arbeit mit trans*-, inter*- und nichtbinären Personen
Im WS richten wir einen reflexiven Blick auf unsere eigene (heteronormative?) Biografie und deren Auswirkungen auf gendersensible Strukturen in unseren pädagogischen Einrichtungen. Welche etablierten Strukturen sind hilfreich, welche eher störend, wo braucht es Veränderung und wo braucht es möglicherweise einen offenen neuen Teamprozess? Welchen Einfluss auf unsere alltägliche Arbeit nehmen gesellschaftliche Debatten ein und wie entlarven wir populistische Scheindiskussionen? Der WS bietet einen achtsamen Raum um sich im kollegialen Austausch mit den aktuellen Diskussionen rund um das Thema Gender neu zu positionieren und Hindernisse aber auch Hilfen hin zu einer gendergerechten Pädagogik zu entdecken.
Workshop Leitung: Heik Zimmermann, Koordinatorin* KTD Kompetenzzentrum Trans* und Diversität Frankfurt/Main
Zeit: 30. Juni 2025 um 9:30 - 16:00
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, 60311, Frankfurt am Main, Deutschland
Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt, office@evangelische-akademie.de
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