Europagespräch
„Wir können es uns nicht leisten, bei den Technologien, die unsere Krankenhäuser am Laufen halten, von anderen abhängig zu sein.“ Mit diesen Worten hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Juni die Pläne der EU für ein neues Maßnahmenpaket zur Stärkung der digitalen Autonomie und Resilienz vorgestellt. Das klingt nach einem Kurswechsel – doch wie tragfähig sind Europas Pläne für mehr digitale Souveränität? Noch steckt die EU tief in der Abhängigkeit: Mehr als 80 Prozent der digitalen Dienste, Infrastrukturen und Produkte werden von außerhalb der Europäischen Union bezogen. Von E-Mail-Diensten über Cloud-Angebote bis hin zu KI-Anwendungen und Social Media befinden sich die Anbieter mehrheitlich in den USA und China. Auf ihren Plattformen liegen nicht nur private Inhalte und Unternehmensdaten, sondern auch die Kommunikation staatlicher Behörden. Wie groß sind da die Sicherheitsbedenken? Während manche die geopolitische Spannungslage betonen und von der dringend notwendigen Kontrolle „kritischer digitaler Infrastruktur“ sprechen, warnen andere vor den wirtschaftlichen Folgen einer digitalen Abschottung, die der Wettbewerbsfähigkeit der EU schaden könnte. Wie viel digitale Unabhängigkeit ist für Europa möglich, wie schnell ist sie zu erreichen und was braucht es dazu? Ist die aktuelle Digitalpolitik der EU die Lösung oder Teil des Problems?
Im Format „Europagespräch“ schauen wir auf aktuelle Entwicklungen und politische Themen in der EU und Europa. Wir blicken hinter die Kulissen der europäischen Institutionen, hören Fachleute und laden dazu ein, sich eine eigene Meinung (neu) zu bilden. Die Veranstaltung richtet sich an Europa-Interessierte jedes Alters.
Zeit: 21. Oktober um 19:00 - 21:00
Ort: Evangelische Akademie Frankfurt, 60311, Frankfurt am Main, Deutschland
Veranstalter: Evangelische Akademie Frankfurt, office@evangelische-akademie.de
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