Impulse von und Gespräch mit u.a.
Prof. Dr. Dennis Eversberg, (Umwelt-)Soziologe an der Goethe-Universität Frankfurt a. M. und Ko-Autor des Buches Der neue sozial-ökologische Klassenkonflikt (2024)
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Wo die einen bloße „Symbolpolitik“ wittern, sehen sich andere längst in ihren (letzten) Freiheiten beschnitten oder gar den (bescheidenen) Wohlstand gefährdet. Ein beliebter Slogan der ersten Gruppe lautet: „Naturgesetze lassen sich nicht verhandeln“. Die zweite Gruppe hält sinngemäß mit dem alten DDR-Spruch dagegen: „Privat geht vor Katastrophe“. Dort werden Eingriffe in die Lebensführung schnell als Zumutung empfunden – und sind es eben zum Teil auch.
Die Gesellschaft teilt sich nicht in diese abstrakten zwei Gruppen auf. Aber es stellt sich die Frage, wie in einer liberalen und individualistischen Demokratie wirksame gesamtpolitische Maßnahmen etwa gegen den Klimawandel oder für die Klimaanpassung durchsetzbar sind. Nur eins steht fest: Jede als nachhaltig etikettierte politische Wandelgestaltung muss die soziale und ökonomische genauso wie die ökologische Dimension berücksichtigen, sonst gefährdet sie die Existenz derjenigen Vorteile einer modernen Gesellschaft, die wir behalten wollen.
Der Augustinerdiskurs verhandelt u.a. diese Fragen: Muss der Staat im Interesse der allgemeinen Daseinsvorsorge weitreichende gesellschaftspolitische und technologische Entscheidungen „von oben“ treffen? Inwiefern hilft mehr Aufklärung und Konsensbildung über die Risiken und Folgen der Klimakrise? Können zivilgesellschaftliche Bewegungen oder eine professionelle „Ökolobby“ für einen Umschwung der öffentlichen und politischen Wahrnehmung und Willensbildung sorgen oder tragen sie zur Polarisierung und trotzigen Pauschalblockade bei?
Zeit: 11. September 2025 um 19:00 - 21:00
Ort: Augustinerkloster zu Erfurt, 99084 Erfurt
Veranstalter: Evangelische Akademie Thüringen, moeller@ev-akademie-thueringen.de
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