Intersexualität – was ist das eigentlich? Der Begriff bezeichnet biologische Besonderheiten bei der Geschlechtsdifferenzierung. Intersexuelle Menschen leben von Geburt an in Körpern, die hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und/oder der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheinen, sondern Ähnlichkeiten mit beiden Geschlechtern aufweisen. Schätzungen zufolge trifft das allein in Deutschland auf 80.000 bis 120.000 Menschen zu.
Das Sprechen über die Existenz intersexueller Menschen war lange gesellschaftlich tabuisiert. Dazu haben auch feminisierende oder maskulinisierende Genitaloperationen bereits im Kindesalter beigetragen, die über Jahrzehnte an der Tagesordnung waren. Nun geraten Menschen mit intersexuellen Körpern immer öfter ins Blickfeld – z. B. in der Diskussion um ein drittes Geschlecht im Geburtenregister.
Der kirchliche Umgang mit intersexuellen Menschen zeichnet sich bislang freilich durch wenig Wissen und viel Unsicherheit aus. Für ein christlich getöntes bipolares Menschenbild birgt Intersexualität einiges Erschütterungspotential, stellt aber auch einen Testfall dar: Wie gehen wir in der gemeindlichen Praxis, in Kirchenleitungen und Gleichstellungsreferaten mit Verschiedenheit um? Entsprechend zielt die Tagung auf sorgfältige Information und erste Sondierungen:
– Was ist in medizinischer Hinsicht wichtig zu wissen?
– Welche rechtlichen und psychischen Probleme erschweren das Leben intersexueller Menschen?
– Wie verändert die Wahrnehmung von Intersexualität das Nachdenken über menschliche Geschlechtlichkeit – auch im Sinne einer theologischen Anthropologie?
– Welche Herausforderungen stellen sich schließlich für die kirchliche Praxis?
Kommen Sie und diskutieren Sie mit!
Zeit: 6. Dezember 2017 um 10:30 - 7. Dezember 2017 um 15:00
Veranstalter: Evangelische Akademie Loccum, eal@evlka.de
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