Sie waren ein Ärgernis. Der SED-Staat fühlte sich durch sie bedroht. In der Kirche gingen die oppositionellen Gruppen vielen zu weit. Zu politisch, zu radikal, zu wenig fromm: So lauteten die Vorwürfe. Nach 1989 hatten sie dann kaum eine Chance im Politikbetrieb. Ihre Ideen von Gemeinschaft, von Frieden, Gerechtigkeit und Umwelt: Waren das nicht christliche Utopien?
Doch gerade ihr religiös-politischer Doppelcharakter sowie ihre Basisstruktur und ihre Netzwerke machen die Gruppen interessant: für eine solidarische Gesellschaft und eine Kirche in Bewegung, die auch für ungetaufte Engagierte offen ist.
Welche Erfahrungen und Ideen von einst lohnt es zu erinnern? Welche davon können transformiert und für heute fruchtbar gemacht werden? Welche Potentiale für heutige Diskurse in Kirchen und Gesellschaft liegen in diesen Erfahrungen?
Diesen Fragestellungen widmet sich der auf einer Akademietagung im November 2022 basierende Band mit Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Theologie, Soziologie und Zeitgeschichte, aber auch von erinnerungspolitischen Akteurinnen und Akteuren sowie Zeitzeugen.
Präsentiert wird er von den Herausgebern Martin Fischer, Ilse Junkermann, Sebastian Kranich, Niklas Wagner.
Zeit: 29. Oktober um 18:00 - 20:30
Ort: Thüringer Archiv für Zeitgeschichte, 07743 Jena
Veranstalter: Evangelische Akademie Thüringen, moeller@ev-akademie-thueringen.de
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