Die Theatermethoden Augusto Boals bieten einen Schatz an Möglichkeiten für die Bildungspraxis. Ihre Geschichte beginnt in den 1970er Jahren in Lateinamerika, seitdem hat sich Boals Theater der Unterdrückten auf allen fünf Kontinenten verbreitet und wird in mehr als 60 Ländern praktiziert. Den emanzipatorischen Bildungsideen des ebenfalls brasilianischen Pädagogen Paulo Freire eng verbunden, bringen Boals Theatermethoden Gruppen in Bewegung und zum Nachdenken und machen die Erfahrungswelten der Teilnehmenden zum Thema. Sie ermöglichen Interaktion, dialogische Prozesse und die Auseinandersetzung damit, wie Realität verändert werden kann.
Sowohl in der Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft angesichts rechtsextremer Bedrohung als auch in der Begegnungsarbeit mit geflüchteten und nicht-geflüchteten Jugendlichen und Erwachsenen gibt es vielfältige Erfahrungen mit Boals Methoden. Auch in mehrsprachigen Kontexten eignen sich die theaterpädagogischen Übungen, Spiele und Techniken dazu, sprachliche Barrieren zu überwinden.
Während des dreitägigen Workshops bekommen die Teilnehmenden einen praktischen Einblick in die theaterpädagogischen Übungen und Spiele Boals und lernen Techniken wie Bildertheater und Forumtheater kennen. Im Mittelpunkt stehen das eigene Erleben der Methoden und die anschließende gemeinsame methodische Reflektion.
Vorerfahrungen im Theaterspiel sind für die Teilnahme am Workshop nicht notwendig, Neugier und Lust auf Bewegung hingegen schon.
Workshopleitung: Till Baumann
Zeit: 28. Oktober um 12:30 - 30. Oktober um 15:00
Ort: Bildungshaus St. Ursula Erfurt, 99084 Erfurt
Veranstalter: Evangelische Akademie Thüringen, moeller@ev-akademie-thueringen.de
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