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Vernünftige Freiheit und öffentliche Vernunft – Jürgen Habermas’ «Auch eine Geschichte der Philosophie» im Diskurs

25. Oktober um 18:00 Uhr - 27. Oktober um 13:30 Uhr

Jürgen Habermas hat am Leitfaden dieses Satzes versucht, den Prozess der Einwanderung theologischer Gehalte ins profane Denken als einen philosophisch nachvollziehbaren Lernprozess darzustellen. Zu seinem 90. Geburtstag vor zwei Jahren beschert er sich wie uns dazu nicht weniger als zwei Bände zur okzidentalen Konstellation von Glauben und Wissen, sowie zum Behufe einer vernünftigen Freiheit Spuren des Diskurses über Glaube und Wissen.
Geburtstag haben bzw. feiern, heißt im Jargon einer leutseligen Gassenweisheit freilich auf die Welt zu kommen. Heiliges profan, Profanes heilig zu lesen (nach Walter Benjamin), habe ihm, so Jürgen Habermas, über zehn Jahre lang dreifach motiviert: «Es hat mir einfach Spaß gemacht, die Lektüre vieler bedeutender Texte, die ich nie gelesen hatte, nachzuholen.» Zudem «im Hinblick auf eine … metatheoretische Frage: Was kann heute noch ein angemessenes Verständnis der Aufgabe der Philosophie sein?» Nicht minder freilich aus der Sorge, «dass die Moderne entgleist, wenn die weltentwerfende Spontaneität der Vernunft zu einer Transzendenz von innen versiegt».
Auch eine Geschichte der Philosophie (Berlin 2019) zeichnet nach, wie sich die fille de sophie im Laufe der letzten 2500 Jahre von der ancilla theologiae, der Magd der Theologie, emanzipiert und wie das rebellische, zauberhafte Geschöpf sich in einer entzauberten, transzendental obdachlosen Moderne voller prometheischer Antinomien findet. Wo göttliche Vorsehung war, herrscht pure Kontingenz, unterm leeren Himmel verdichtet sich die Welt zur ausweglosen Immanenz, die selige Ewigkeit wird in kleiner Münze als kostbarer nächster Augenblick ausbezahlt. Und wenn der Messias nicht kommt? Dann lost der Zufall wahllos wie totalitär Glück oder Unglück.
Was können wir wissen? Was müssen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Immanuel Kant hat die einst göttlichen Transzendentalien des Wahren Guten Schönen zu drei weltlichen Vernunftkritiken reformuliert. Mit Jürgen und Ute Habermas lädt die Evangelische Akademie Tutzing herzlich ein zum Gespräch über das Woher und Wohin von Gott, Welt und Mensch.
Pfr. Dr. phil. Jochen Wagner, Evangelische Akademie Tutzing
Prof. Dr. Stefan Müller-Doohm, Universität Oldenburg
Prof. Dr. Matthias Bormuth, Universität Oldenburg/Karl Jaspers Gesellschaft
Prof. Dr. Tilo Wesche, Fakultät IV – Human- und Gesellschaftswissenschaften, Universität, Oldenburg

Details

Beginn:
25. Oktober um 18:00 Uhr
Ende:
27. Oktober um 13:30 Uhr
Website:
Website zur Veranstaltung

Veranstalter

Evangelische Akademie Tutzing
E-Mail:
Info@ev-akademie-tutzing.de
Website:
http://www.ev-akademie-tutzing.de