Evangelische Akademien Deutschland

Protestantisch. Weltoffen. Streitbar.

Die Evangelischen Akademien in Deutschland

Aktuelle Themen

ausgewählte Schwerpunktthemen


Die Evangelischen Akademien in Deutschland beschäftigen sich mit vielfältigen Themen aus Politik und Zeitgeschehen, Wissenschaft und Theologie, Jugendbildung und Gesellschaft. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen Einblick in die Themenvielfalt der Arbeit der Evangelischen Akademien in Deutschland geben.

Die aktuellen Netzwerkprojekte, in denen mehrere Akademien als Zusammenschluss Themen bearbeiten, finden Sie direkt im Menüpunkt «Netzwerkprojekte»


 

Berufung der Sachverständigenkommission des 16. KJB / Demokratische Bildung im Kindes- und Jugendalter ist Thema des 16. Kinder- und Jugendberichts

Foto: Christiana von Dobschinski/BMFSFJ

Bundestutorin der et ist Mitglied der Jugendberichtskommission

Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey hat am 18. Oktober eine unabhängige Kommission damit beauftragt, den 16. Kinder- und Jugendbericht zu erarbeiten. Von der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitsiche Jugendbildung wurde Hanna Lorenzen als Mitglied in die Jugendberichtskommission berufen. Das Thema des 16. Kinder- und Jugendberichts lautet «Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter». Mit dem 16. Kinder- und Jugendbericht soll eine Grundlage geschaffen werden, um Institutionen und Konzepte der Demokratiebildung für die Altersgruppe der bis 27-Jährigen weiterentwickeln zu können. Mit der Wahl des Themas nimmt auch die politische Jugendbildung einen wichtigen Stellenwert ein. Hanna Lorenzen wird in den nächsten anderthalb Jahren ihre Perspektive auf die außerschulische Jugendbildung und auf die Praxis der et in die Arbeit der Berichtskommission einbringen.
In der Jugendberichtskommission ist das Fachwissen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen sowie Vertreter*innen aus der Praxis versammelt. Der Kommission gehören insgesamt 14 Sachverständige an. Gemeinsam mit Hanna Lorenzen werden noch Ina Bielenberg vom Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V., Christian Weis vom Deutschen Bundesjugendring und Cansu Zeren von Young Voice TGD ihren Blick auf den außerschulischen Bereich der Jugendbildung in die Arbeit am 16. Kinder- und Jugendbericht einbringen.
Die Bundesregierung ist verpflichtet, dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat in jeder Legislaturperiode einen «Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe» vorzulegen. Der 15. Kinder- und Jugendbericht wurde im Februar 2017 vorgelegt, er ist der Lebensphase Jugend gewidmet.

 

 

 

 

Religiös begründetem Extremismus bei Jugendlichen vorbeugen

CC BY-SA 3.0 Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:P5080116.JPG

Im Projekt «Alles Glaubenssache?» entwickelt die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung Konzepte und Maßnahmen, um religiös begründetem Extremismus unter Jugendlichen vorzubeugen. Es lädt Jugendliche ein, über die Rolle von Religion in unserer Demokratie nachzudenken, und stärkt diejenigen, die extreme Ansprachen erkennen und sich aktiv dagegen zu Wehr setzen wollen. In Kooperation mit Jugendmigrationsdiensten (JMD), Schulen, mit konfessionellen und nicht-konfessionellen Partnern werden zeitgemäße, ressourcenorientierte Ansätze entwickelt.

«Alles Glaubenssache?» richtet sich dabei an alle Jugendlichen, unabhängig von Religion und Herkunft, sowie an Multiplikator*innen der Jugendsozialarbeit, aus Schulen und aus der politischen Jugendbildung.


 

Friedenskonsultation 2018

12. bis 14. September 2018 in Wittenberg

Schlüsselthema Frieden

In Zeiten dramatischer kriegerischer und ökonomischer Konflikte, einer zunehmenden Handlungsunfähigkeit internationaler Institutionen und einer tiefgreifenden politischen Polarisierung und Verunsicherung in unserem eigenen Land erkennen die Kirchen neu die grundlegende Bedeutung der Friedensfrage.

Gerechtigkeit und Frieden in den internationalen Beziehungen,
friedliches Zusammenleben in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft und
Erneuerung unserer Kirchen aus dem Geist der Versöhnung und des Friedens

sind auf das Engste verbunden. In der Frage nach dem Frieden geht es auch um die Relevanz des Evangeliums und die künftige gesellschaftliche und politische Rolle der Kirchen.

Aufgabe der Synode der EKD wird es sein, die Friedensbotschaft des Evangeliums neu in die gegenwärtigen Herausforderungen und Aufgaben hineinzusprechen. Die Friedensdenkschrift von 2007 ist dafür ein guter Rahmen, aber längst nicht mehr ausreichend. Neben der Aufgabe, evangelische Friedensethik weiterzudenken, soll so etwas wie eine Selbstverpflichtung der evangelischen Kirche stehen, ihre eigene Botschaft und Gestalt zu prüfen und konkrete Schritte auf dem Weg zu einer «Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens» zu gehen.

Kernthemen

Das Präsidium der Synode der EKD hat eine Vorbereitungsgruppe berufen, die unter Vorsitz des Friedensbeauftragten der EKD, Renke Brahms, des leitenden Geistlichen der Bremischen Evangelischen Kirche, um Rückmeldungen aus der ganzen Breite der Friedensarbeit gebeten hat. Auf die Frage «Welches sind die wichtigsten Themen für gegenwärtige Friedensverantwortung» kamen 60 Rückmeldungen von Synodalen der EKD und der Gliedkirchen, von Organisationen, etwa aus der Mitgliedschaft der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden mit 31 zivilgesellschaftlichen Mitgliedsorganisationen) und der EAK (Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden als Zusammenschluss der landeskirchlichen Friedensarbeit), und von Einzelpersonen. In einem Treffen der Vorbereitungsgruppe am 21. Juni wurden die Rückmeldungen ausgewertet und in neun Kernthemen zusammengefasst, die im Rahmen der Friedenskonsultation in Wittenberg diskutiert. Für jedes der Kernthemen gibt es einen Themenpaten oder eine Themenpatin. Im Anschluss an die Friedenskonsultation sollen Arbeitsgruppen unter Beteiligung von Fachleuten diese Kernthemen vertiefen und zu knappen Stellungnahmen zusammenfassen, die im Frühjahr 2019 dem Präsidium der Synode als Grundlage für die Vorlagen der Dresdener Synodaltagung dienen werden. Die bisher benannten Kernthemen sind:

Frieden im Alltag, soziale Praktiken des Friedens und der Versöhnung, Zusammenleben in Verschiedenheit
Friedensbildung, Friedenspädagogik, Erinnerungskultur
Friedensspiritualität und Friedenstheologie
Gewalt, Gewaltfreiheit, Pazifismus
Interreligiosität und Interkulturalität
Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Entwicklung, Klima
Rüstung/Abrüstung, Waffentechnologie (Atomwaffen, autonome Waffensysteme, Cyberwar)
Europa als Friedensprojekt
Friedensverantwortung der Kirche, Gestaltung von friedensfördernden Prozessen

Lesen Sie hier mehr.


 

Empowered by Democracy – Politische Bildung mit jungen Geflüchteten

Werkstattgespräch

© Empowered by Democracy


Die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung führt in Kooperation mit weiteren Mitgliedern der Gemeinsamen Initiative der Träger Politischer Jugendbildung (GEMINI) im Bundesausschuss politische Bildung (bap e. V.) von März 2017 bis Dezember 2019 das Netzwerkprojekt «Empowered by Democracy» durch. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bundesprogrammes «Demokratie leben!». Es zielt darauf ab, mehr junge Menschen mit Fluchthintergrund als Zielgruppe in die Jugendbildungsmaßnahmen einzubinden. Junge Geflüchtete sollen ermutigt und dazu befähigt werden, selbst Teamer*innen zu werden und sich mit Themen aus ihrem Lebensumfeld auseinanderzusetzen. Weitere zentrale Bestandteile des Projekts sind der Austausch über erprobte Maßnahmen und Erfahrungen sowie die Weiterbildung von Multiplikator*innen und politischen Bildner*innen im Themenfeld. Im Trägerverbund übernimmt die Evangelische Trägergruppe die Gesamtkoordination.


 

Dem Rechtspopulismus in Europa entgegentreten

© Shutterup

Rechtspopulistische Strömungen gewinnen in Europa an Einfluss. Zum Spektrum gehören nationalistische Parteien wie auch identitäre Bewegungen, die Europaskepsis und Islamfeindlichkeit schüren. Mit ihren jüngsten Wahlerfolgen und durch die Präsenz im Europaparlament stellen sie die europäische Idee einer Gesellschaft, die allen Menschen offen steht, in Frage. Die Kirchen sind herausgefordert, Stellung zu beziehen. Dazu gehört auch die Bearbeitung des Antisemitismus.

Sie ist zentral für die Aufarbeitung von Gewalttraditionen, für ein Akzeptieren von Ambivalenz und Vielfalt.

Auch aus historischer Perspektive stellt sie ein wichtiges Element einer Strategie gegen den Rechtspopulismus dar.

Die Evangelischen Akademien laden auch 2018 zum Diskurs ein.

Kommende Veranstaltung:

Reformationsjubiläum im Rückblick

© Ev. Akademie Sachsen-Anhalt

Die Lutherstadt Wittenberg stand 2017 im medialen Fokus. Die Weltausstellung Reformation hat ihre Tore geöffnet, und der Abschlussgottesdienst des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages fand hier auf den Elbwiesen statt. Wir haben mit Friedrich Kramer, Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt mit Sitz in Wittenberg, über Erwartungen und Fehleinschätzungen, über große Ideen und regionale Wirklichkeiten gesprochen. Und über viele kleine Ereignisse und Veranstaltungen, die medial kaum wahrgenommen wurden, aber erfahrbar gemacht haben, was Reformation heute heißt. Das Interview können Sie hier lesen und downloaden.

Friedrich Kramer – Reformationsjubiläum 2017 in Wittenberg

 


 

Politische Bildung gestern, heute und morgen.

Unser langjähriger Geschäftsführer für politische Bildung, Dr. Wolfgang Beer, ist Ende 2016 in den Ruhestand getreten. Zum Abschied haben wir mit ihm ein Gespräch über die Entwicklung der politischen Bildung in den letzten Jahrzehnten geführt und darüber, wie diese Entwicklung weitergehen könnte oder sollte. Das Interview können sie hier lesen und downloaden:

Politische Bildung – Interview mit Wolfgang Beer

 

 

 

 


 

Gerechtigkeit zwischen den Generationen

© David Pereiras/Shutterstock

Wie leben Kinder und Jugendliche heute in unserer Gesellschaft? Was haben sie, was fehlt ihnen, was brauchen sie? Die Lebensbedingungen der jungen Generation ist nicht zuletzt geprägt von politischen Entscheidungen der älteren. Dass in einem reichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor zahlreiche Kinder und Jugendliche von Armut bedroht sind, dass alleinerziehende Mütter oder Väter ein höheres Risiko tragen, in die Armut zu rutschen und mit ihnen ihre Kinder, bietet Anlass, die politischen Prioritäten genauer zu beleuchten und nach Gegenstrategien suchen. Die Evangelischen Akademien setzten sich im April 2017 in einer Studienreise und zwei Fachtagungen mit den familien-, jugend- und gesellschaftspolitischen sowie rechtlichen Bedingungen auseinander und suchten nach Lösungen für ein gerechtes Zusammenleben.


 

Digitale Medien zwischen Demokratisierung, Hate Speech und Datenmissbrauch

© Rawpixel.com/Shutterstock

Die Lebenswelten von Jugendlichen werden durch Digitalisierung und Mediatisierung geprägt. Mit dem Begriff der digitalen Demokratie verbindet sich die Hoffnung auf mehr Beteiligung junger Menschen und eine größere Offenheit im demokratischen Prozess. Doch die Entwicklung ist ambivalent: Populisten und Extremisten verbreiten jenseits aller Fakten Hass und Hetze über die sozialen Medien und beeinflussen mit dieser «Hate Speech» die politische Willensbildung. Und der Missbrauch personenbezogener Daten durch die Big Data Wirtschaft beeinflusst oft unkontrolliert und nicht selten unbemerkt die Lebenschancen und -bedingungen junger Menschen. Die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung reflektiert und diskutiert die positiven wie die negativen Konsequenzen der Digitalisierung:


 

Auf dem Wege zu einer «European Christian Convention»

Seit Langem schon geistert die Idee eines «europäischen Kirchentages» durch die Welt. Vom 1. bis zum 3. Juni 2015 trafen sich rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus 19 europäischen Ländern in der Evangelischen Akademie Bad Boll zu einer Vorkonferenz vor dem Deutschen Evangelischen Kirchentag, um die Idee weiter zu verfolgen und auf den Weg zu bringen. Unter den Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter deutscher und europäischer Akademien zahlreich vertreten. Herausgekommen ist eine «Roadmap to a European Christian Convention». Der Name «European Christian Convention» will dabei andeuten, dass durchaus – wie beim Kirchentag – zu einer Versammlung und einem Fest von Christinnen und Christen auf europäischer Ebene eingeladen werden soll, die deutsche Form eines Kirchentages aber bei Weitem nicht das einzig denkbare Modell sein kann. Traditionen, Erwartungen und Modelle vieler europäischer Länder sollen in die Planungen eingehen. Der Aufruf, der aus der Bad Boller Tagung hervorgegangen ist, steht hier im englischen Wortlaut als Download für Sie bereit.


 

Zeitmangel

Als große Gefahr für Diskurse betrachtet Christoph Picker, Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz, den immer stärker um sich grassierenden Zeitmangel: «Vor 20 Jahren haben sich Entscheidungsträger noch selbstverständlich Wochenenden lang auf Akademietagungen orientiert. Das gibt es in der heutigen Tempogesellschaft kaum mehr.»

Lesen Sie hier das ausführliche Interview mit Christoph Picker.