Evangelische Akademien Deutschland

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Pressemitteilung: Rechte Propaganda damals und heute


Im Juli konnte die gesellschaftspolitische Jugendbildung der ejsa Bayern endlich wieder eine mehrtägige Veranstaltung mit Jugendlichen in Präsenz durchführen. Unter dem Motto «Nürnberg –  rechte Propaganda damals und heute» erkundete eine Jugendgruppe aus Hof zweieinhalb Tage die mittelfränkische Metropole.

Um sich einen Einblick in die Geschichte Nürnbergs zu verschaffen, stand am Samstagvormittag die Besichtigung des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes auf dem Programm. Die Jugendlichen erkundeten auf einer digitalen Schnitzeljagd das Gelände rund um den Ehrentempel und den Luitpoldhain und sammelten erste Eindrücke zur NS-Propagandamaschinerie. Um sich tiefer mit der Materie nationalsozialistischer Agitation in Nürnberg zu beschäftigen, fand im Anschluss ein Rundgang über das Reichsparteitagsgelände statt. Dieser führte eindrucksvoll vor Augen, welche zentrale Rolle die Reichsparteitage in Nürnberg hatten und wie Wehrsport und Drill die Jugend im Nationalsozialismus auf den Krieg einschwören sollten.

Der Workshop am Samstagnachmittag baute die Brücke zwischen Propaganda im NS-Regime und der Agitation der neuen Rechten im aktuellen Zeitgeschehen. Gemeinsam wurden mediale Angebote der extremen Rechten im Hinblick auf die anstehenden Bundestagwahlen analysiert und decodiert. Gerade Antisemitismus in Kombination mit Verschwörungsnarrativen kristallisierte sich als ein zentraler Bestandteil rechter Ideologie heraus. Um die Verknüpfung zu Ausgrenzungsmechanismen in der Jugendmedienkultur herzustellen, stand der Workshop am Sonntag unter dem Motto «Antisemitismus im Deutsch-Rap». Neben antisemitischen Chiffren und Verschwörungserzählungen wie «Q-Anon» und «New World Order» waren dabei auch zunehmender Sexismus und Frauenfeindlichkeit im Rap in der Diskussion unter den Jugendlichen ein wichtiges Thema.

Gerade für Jugendliche aus dem Kontext der Jugendsozialarbeit ist das Format der Städtefahrten in Kombination mit jugendkulturellen und medialen Angeboten weiterhin ein gut gelingendes Format, um lebensweltnah gesellschaftspolitische Themen zielgruppengerecht zu bearbeiten. Die Auswertung zeigte deutlich, dass Gender in der Popkultur für Jugendliche ein wichtiges Thema ist. Großen Redebedarf gibt es zur (Selbst-)Inszenierung in sozialen Medien, eigenen Rollenvorstellungen und sexuellen Identitäten. Dazu lohnt es, neue und lebensweltnahe Formate zu entwickeln.

Ansprechpartner: Johannes Scholz-Adam