Evangelische Akademien Deutschland

Pressemitteilung: «Klaus Holz im Interview im Rahmen der Fachtagung ‹Antisemitismus als politische Theologie. Typologien und Welterklärungsmuster›»


Von 24. bis 26. Januar 2017 fand die Fachtagung «Antisemitismus als politische Theologie» im Rahmen des EAD-Projekts «Antisemitismus und Protestantismus» in der Ev. Bildungsstätte Schwanenwerder statt. Der Deutschlandfunk berichtete darüber am 26. Januar in der Sendung «Tag für Tag» mit einem Interview von Klaus Holz, Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland. Die Tagung endete mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 26. Januar 2017 um 15.30 Uhr in der Französischen Friedrichstadtkirche, Berlin. Es diskutierten: Dr. Irmgard Schwaetzer (Präses der EKD), Ilse Junkermann (Landesbischöfin der Ev. Kirche in Mitteldeutschland), Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung) und Prof. Dr. Doron Kiesel (Vorstandsmitglied der AG Juden und Christen beim Deutschen Ev. Kirchentag). Zur Podiumsdiskussion waren Interessierte eingeladen.

Hintergrund: In der bundesdeutschen und europäischen Antisemitismusforschung spielen Theologie und Kirchengeschichte kaum eine Rolle. Sowohl die Wurzeln des säkularen Antisemitismus wie auch Teile seiner Gegenwart sind aber religiös bestimmt. Damit kommen zentrale Motive, die das schwierige Verstehen von Antisemitismus möglich machen, nicht in den Blick. Sowohl die Wurzeln des säkularen Antisemitismus wie auch Teile seiner Gegenwart sind aber religiös bestimmt. Für die Theologie gilt, dass die Bearbeitung des Antisemitismus zentral ist für die Aufarbeitung von Gewalttraditionen, für ein Akzeptieren der Ambivalenzen im Glauben und für den Verzicht auf christliche Identitätsbildung durch Ab- und Ausgrenzung. Solche Motive sind auch im säkularen Antisemitismus virulent. Die Antisemitismusforschung müsste sich theologischen Fragen öffnen. Dann würde sichtbar, dass der säkulare Antisemitismus eine Form politischer Theologie ist. Die Fachtagung analysierte diesen Zusammenhang.

 

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