Evangelische Akademien Deutschland
28. November 2022 | Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt

Spielend durch den Advent

Themen junger Menschen sichtbar machen


Im Minetest-Adventskalender des Netzwerkes Minetestbildung zeigen junge Menschen vom 1. bis zum 24. Dezember täglich, was ihnen wichtig ist. Minetest ist eine freie, kostenlose Software, die sehr an das seit Jahren beliebte Videogame „Minecraft“ erinnert. Mit Beginn der Corona-Pandemie hat die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt das Netzwerk Minetestbildung ins Leben gerufen und gemeinsam mit Partnern einen kostenlosen Bildungsserver aufgesetzt. In dieser Online-Welt haben junge Menschen freien Zugang zum Bauen, Handeln und Spielen.

Der Server dient aber auch dazu, pädagogische Projekte auszuprobieren und sichtbar zu machen, wie dieser Ansatz des Game Based Learning genutzt werden kann. Am 22. November wurde der Adventskalender in der Online-Minetest-Akademie vorgestellt. Kinder aus dem Kirchspiel Dobien (Dörfer und westliche Ortsteile von Wittenberg) zeigten Multiplikator*innen ihr Iglu-Dorf für den diesjährigen Adventskalender, die Engelsschule aus dem letzten Jahr sowie ein Privathaus mit Zugangsbeschränkungen und eigener Landwirtschaft. Geplant ist als nächstes, anlässlich des Kirchweihfests das Kirchengebäude nachzubauen, das nach dem 2. Weltkrieg aus Trümmern errichtet wurde.

Wie funktioniert der Kalender und welche Themen gibt es?

Spielende bauen eine Landschaft oder Gebäude – thematisch gibt es dabei keine Begrenzung. Allerdings sollte das Gebaute nach Möglichkeit weihnachtlich dekoriert werden. Inhaltliches Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche Dinge umsetzen und zeigen, die ihnen etwas bedeuten und Wertschätzung dafür erhalten. Kinder- und Jugendgruppen haben darüber hinaus die Chance, Bildungsprojekte in Games umzusetzen. Wenn die Spielenden fertig sind, reichen sie das Gebaute als Vorschlag für ein „Türchen“ des Adventskalenders ein.

Für das Projekt MineHandy, in dem es um Lieferketten rund um die Herstellung von Smartphones geht, wurde die Story erweitert. Zukünftig brauchen Spielende in diesem Minigame, in dem sie als Journalist:innen aus der ganzen Welt berichten, ein Visum für die Einreise in Länder, in denen Rohstoffe abgebaut oder Handys hergestellt werden. Dafür wurden Botschaftsgebäude gebaut, in die Vorlagen realer Botschaften, aber auch viel Kreativität eingeflossen sind.

Kinder der Held:innenwerkstatt aus Lutherstadt Wittenberg bauen an einer Traumstadt, die neben den persönlichen Traumhäusern einen intergenerationellen Treffpunkt, Ideen für Jugendprojekte und einen Garten für das gute Leben in einer sich zunehmend digitalisierenden Welt umfasst. Ein Spieler reicht eine – fast schon fotorealistische mittelalterliche – Burg sowie ein interaktives Weihnachtsrätsel ein. Aus der Region Hannover sind Teilnehmende aus zwei Jugendgruppen gemeinsam dabei, eine Weihnachtswelt rund um einen riesigen Weihnachtsbaum mit Geschenken zu bauen.

Mitmachen und täglich entdecken

Die Türchen des Adventskalenders kann man vom 1. bis 24. Dezember täglich als Kurzbeschreibung mit Screenshots auf der Webseite www.minetestbildung.de anschauen. Auch die Adventskalender der letzten Jahre sind – teilweise mit Videos – auf der Webseite des Netzwerkes dokumentiert und stehen auch auf dem Bildungsserver zur Erkundung bereit. Wer das Ganze interaktiv erleben möchte, lädt sich das kostenlose Minetest herunter, tritt dem Server bei und wählt dort den „Point of Interest“ Adventskalender aus.

Obwohl schon einige Türchen des Adventskalenders feststehen, können weiterhin Beiträge eingereicht werden. Einzelspielende oder Jugendgruppen suchen sich dafür auf dem Server eine freie Stelle, wo sie eine Adventslandschaft, ein Gebäude, einen Markt, eine Kulisse für eine Geschichte (oder was auch immer..) bauen. Diesen Ort melden sie mit den Koordinaten an und erhalten anschließend die Info, welches „Türchen“ das Gebaute wird. Auf dem Bildungsserver gibt es dazu auch eine Anleitung.

Interessierte, die mit ihrer Kinder- oder Jugendgruppe Projekte mit Minetest umsetzen oder noch etwas zum Adventskalender beitragen wollen, wenden sich gern an Tobias Thiel