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17. September 2020 | Politische Jugendbildung in Corona-Zeiten

Stellungnahme der GEMINI


In einer Stellungnahme vom 14. September 2020 haben sich die Mitglieder der GEMINI («Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung im bap») an die Verantwortungsträger*innen für politische Jugendbildung im parlamentarischen Raum gewandt.

Nach der Veröffentlichung erster aussagekräftiger Studien zur Problem- und Krisenwahrnehmung von Jugendlichen seit Beginn der Corona-Pandemie, wird die Notwendigkeit vielfältiger politischer Bildungsangebote zunehmend offensichtlich. Die gesellschaftlichen und sozialen Ungleichheiten und Polarisierungen im Leben Jugendlicher haben sich durch die Krise spürbar gesteigert. Emotionen wie Verunsicherung, Ohnmacht, Angst und Zukunftssorgen bestimmen das aktuelle Erleben vieler junger Menschen. Die Zusammenarbeit von schulischen und außerschulischen Akteur*innen war durch Schulschließungen und zahlreiche Veranstaltungsabsagen in den vergangenen Monaten stark eingeschränkt und ist noch immer bis auf Weiteres außer Kraft gesetzt. Gerade in Krisenzeiten benötigen Kinder und Jugendliche jedoch eine Vielfalt von Unterstützungsangeboten, die ihnen Perspektiven schaffen und weiterhin ihre politische Teilhabe ermöglichen. Die GEMINI spricht sich in ihrer Stellungnahme daher dafür aus, non-formale Bildungsangebote und außerschulische Lern- und Begegnungsorte zu erhalten und weiter auszubauen. Auch die eigenen Erfahrungen mit den Beteiligungsmöglichkeiten und der Interessenvertretung junger Menschen in gesellschaftlichen Krisen sollten verstärkt Gegenstände politischer Bildungsangebote sein. Auf diese Weise kann Politische Jugendbildung einen Beitrag dazu leisten, die Beteiligung junger Menschen in gesellschaftlichen Krisen zu stärken und ihre Stimmen im öffentlichen und jugendpolitischen Diskurs hörbar zu machen.

Die Aufgaben politischer Bildung haben sich durch die Corona-Pandemie vergrößert und vervielfältigt. Politische Jugendbildung stellt einen zentralen Raum für die Auseinandersetzung mit den Folgen gesellschaftlicher Krisen, aber auch für die Entwicklung von Zukunftsentwürfen dar. Politische Jugendbildung muss daher mittel- und langfristig in den nächsten Jahren gestärkt werden, wenn sie diese Aufgaben angemessen übernehmen soll. Da die Pandemie zudem neue Fragestellungen für die politische Bildungsarbeit aufwirft, wird in der Stellungnahme eine Stärkung der politischen Jugendbildung in Corona-Zeiten gefordert, welche besonders unter digitalen Bedingungen inklusiver zu gestalten ist. Die ausführliche Stellungnahme «Politische Jugendbildung in Corona-Zeiten» ist hier zum Download verfügbar.

 

Der Mitglieder der GEMINI: