Evangelische Akademie der Nordkirche
Paradiese entdecken und Umwelt gestalten
Durch Performance-Kunst zur Nachhaltigkeit
In einer Welt, die von zahlreichen Krisen und Stress geprägt ist, sehnen sich Menschen nach Paradiesen und guten Nachrichten. Pädagogische Fachkräfte waren zum Innehalten und zu einer Reise zu den kleinen und großen Wundern in unserem direkten Umfeld eingeladen. Dabei ging es nicht nur um die Schönheit der Natur, sondern auch um die Herausforderungen, die auf einer solchen Entdeckungsreise anzutreffen sind: „Unsere Umwelt ist von massiver Zerstörung betroffen und was würden Sie gern retten wollen? Was ist für Sie persönlich das Paradies?“
Mit der Methode Paradising die Wahrnehmung schärfen
Während eines Performance-Workshops – entwickelt von Dr. Constantin Gröhn, wissenschaftlicher Referent für Theologie und Wirtschaftsethik im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Nordkirche – entdeckten die Teilnehmenden idyllische Plätze und kleine Wunder in der Natur und ebenso fanden sie die sogenannten „Störenfriede“ des Paradieses. Prinzip des Konzeptes des „Paradising“ ist es, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und in einem nächsten Schritt ein attraktiveres Bild und vielleicht auch neues Bild der Umwelt zu entwickeln. Wohlwissend, dass unsere Lebensverhältnisse nicht vollkommen sind, gibt es jetzt und hier Paradiesisches zu entdecken, für das es sich einzusetzen lohnt. Oder: „Was ist für Sie paradiesisch im Hier und Jetzt?“
Für die Workshops gab es Aktionskarten mit konkreten Handlungsanweisungen und viele kreative Materialien für die pädagogischen Fachkräfte: „Paradiese sind schon da…(entdecken)“, „Paradiese entstehen…(vertrauen)“, „Paradiese schützen…“ und „Paradiese schaffen…“ – überall konnten sinnliche Erfahrungen gemacht werden. Die Ergebnisse wurden von den Teilnehmenden selbst dokumentiert und später auf kreative Art präsentiert: Es wurden Gedichte und Songs geschrieben, gemalte Kreidebilder wiesen auf Paradiese hin und es entstanden mit Kunst-Installationen kleine neue Paradiese in der unmittelbaren Umgebung. Doch die Störenfriede waren auch da: Bei den Aktionen zum Schutz von Paradiesen ließen sich beispielsweise auf sehr kleinem abgegrenzten Raum unzählige Zigarettenkippen neben Mülleimern finden und Kaugummis klebten auf Wegen. Bei den eher leisen Entdeckungsreisen wurden Käfer, Spinnen und Schmetterlinge auf der grünen Wiese vermisst. Umweltverschmutzung und der Verlust der Biodiversität waren leicht zu beobachten.
Kreative Zugänge zur Umweltbildung
Ein zentrales Element im Konzept ist die Vermittlung eines kreativen und künstlerischen Zugangs, der in der pädagogischen Arbeit anwendbar ist. In der ausführlichen Reflexion mit den Pädagog*innen wurde deutlich, dass die vorgeschlagenen Aktionen es möglich machen, Kinder und Jugendliche und auch andere Generationen für ökologische Themen und für die Bewahrung der Schöpfung zu begeistern, Paradiese zu entdecken oder gar zu schaffen. Kunst, Musik und kreative Ausdrucksformen bieten eine hervorragende Möglichkeit, um das Umweltbewusstsein zu fördern.
Stärkung des Umweltbewusstseins
Durch den Zugang über das Bild des Paradieses wollte die Evangelische Akademie der Nordkirche die Verbindung der Kinder und Jugendlichen zur Natur stärken und sie ermutigen, sich als aktive Gestaltende ihrer Umwelt zu begreifen. Die spielerisch-kreative Reise mit den verschiedenen Aktionen motiviert zudem zu inspirierenden Diskussionen über Nachhaltigkeit und die Aktionen bieten Gemeinschaftserlebnisse, in denen Zusammenarbeit und gemeinsame Visionen und Ideen zur Verbesserung der eigenen Umgebung entstehen.
Das Konzept ist eine Einladung, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu thematisieren und junge Menschen zur Reflexion über eigene Werte und gesellschaftliche Verantwortung zu ermuntern. Neben Wahrnehmungsförderung wird die eigene Kreativität angeregt und das Bewusstsein für ökologische Themen geschärft, um dadurch die nächste Generation für eine nachhaltige Zukunft zu begeistern.
Kontakt: Claudia Carla
