Evangelische Akademien Deutschland
Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in NRW

Von der Stadtrallye ins Rathaus

Kinder aus NRW bringen ihre Ideen in Kommunalpolitik ein


Wie wollen Kinder ihre Stadt gestalten – und wie können sie ihre Ideen Entscheidungsträger*innen präsentieren? Drei Gruppen mit jungen Menschen im Alter von sechs bis zwölf Jahren machten sich zum Ende des letzten Jahres auf, ihre Städte Kamen, Wegberg und Altenbeken (Nordrhein-Westfalen) genauer unter die Lupe zu nehmen und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Gemeinsam mit Fachkräften aus örtlichen Jugendzentren und der Evangelischen Jugend in NRW entwarfen sie eigene Visionen für kinderfreundliche Städte und wählten kreative Wege, um ihre Bürgermeister*innen von ihren Vorschlägen zu überzeugen.

Spielerisch verstehen, wie Entscheidungen entstehen

Zunächst lernten die Kinder im Rahmen von Projekttagen, welche Entscheidungen ein Stadtrat trifft und welche Aufgaben eine Bürgermeisterin oder Bürgermeister eigentlich hat. Außerdem erlebten sie, wie es ist, selbst Entscheidungen zu fällen: Sie einigten sich auf Abstimmungsmethoden, diskutierten unterschiedliche Meinungen und fanden Kompromisse – ganz wie die Entscheidungsträger*innen im Rathaus. Die im Laufe der Projekttage verwendeten Methoden (ein Pizza-Experiment, ein Puzzle, eine Foto-Rallye und vieles mehr) stehen auf der Webseite der AEJ-NRW unter „Downloads“ zur Verfügung.

Forderungen kreativ aufbereiten
Die Kinder erkundeten ihre Stadt, schauten genau hin, stellten Fragen und sammelten Ideen: Was läuft gut? Was gefällt uns nicht? Und was möchten wir verändern?

Dabei entstanden viele konkrete Wünsche – etwa mehr Grünflächen, barrierearme Spielplätze, ein jährlich wiederkehrendes Kinderfest, zusätzliche Mülleimer, ein Zebrastreifen an einer gefährlichen Kreuzung oder bessere Beleuchtung auf dem Schulweg. Anschließend gestalteten die Gruppen ihre Ideen so, dass sie bei den Bürgermeister*innen im Gedächtnis bleiben: In Kamen entstand ein „Wunschkalenderbaum“, ein Adventskalender, hinter dessen selbst gestalteten Türchen die Perspektiven und Wünsche der Kinder stecken. In Wegberg bauten Kinder kleine Miniaturen in Schaukästen – vom Straßenfest bis zum überdachten Treffpunkt mit Solarzellen. In Altenbeken rollte ein „Zukunftszug“ los, mit einem Waggon für alles, was schon gut läuft, und einem weiteren für die Dinge, die sich ändern sollen.

Ein gemeinsames Highlight aller Aktionen war das persönliche Treffen mit den Bürgermeister*innen. In den Rathäusern erzählten die Kinder, was ihnen wichtig ist, und übergaben ihre kreativ gestalteten Forderungen. Ihnen wurde aufmerksam zugehört und die in 2025 frisch gewählten Bürgermeister*innen können diese Perspektiven nun in die neue Legislaturperiode einfließen lassen – eine wichtige Erfahrung für die Kinder, bei der Gestaltung ihrer Lebenswelt aktiv mitwirken zu können.

Kontakt: Lea Straeten