Evangelische Akademien Deutschland

Protestantisch. Weltoffen. Streitbar.

Die Evangelischen Akademien in Deutschland

Interdisziplinär - Interkulturell - International - Intermediär


Die Evangelischen Akademien verstehen sich als Forum für strittige Themen und offene Probleme.

Tagungen, Konferenzen, Symposien, Konsultationen, Werkstätten, Projekte, Vorträge, Abendseminare, meditative Kurse und Studienreisen sind die spezifischen Arbeitsformen der Evangelischen Akademien. Dabei ist die Attraktivität der Orte ein besonderes Markenzeichen Evangelischer Akademiearbeit.

Diese vielfältigen Arbeitsformen werden von interdisziplinär qualifizierten Studienleitern vorbereitet und durchgeführt, die über ein weites Kontaktnetz zu Zielgruppen, Initiativen, Berufs- und Fachverbänden, Interessensorganisationen, Parteien sowie Landes- und Bundesministerien verfügen. Die Evangelischen Akademien bieten im Rahmen ihrer Arbeit auch religiöse und spirituelle Zugänge zu den gestellten Themen und Fragen an.

Unterstützt wird diese Arbeitsweise durch das Engagement vieler fachkundiger und qualifizierter Mitglieder von Kuratorien, Konventen und Arbeitskreisen, die die Akademien beraten und für die Vermittlung in Kirche und Gesellschaft sorgen.

Die Evangelischen Akademien laden zur Zeit jährlich zu 2.000 Veranstaltungen mit mehr als 100.000 Teilnehmenden ein.

Evangelische Akademien suchen ständig den Zugang zu unterschiedlichen Arbeits- und Lebensbereichen von Menschen verschiedener sozialer Milieus, Herkunft, unterschiedlichen Alters und Geschlechts, verschiedenartiger Bildung und Religion, um frühzeitig Entwicklungstrends und Problemlagen wahrzunehmen. Sie möchten einen Raum bieten für Diskurs. Strittige Themen finden dabei ebenso Eingang wie die Entwicklung neuer Formate.

Kritisch - Konstruktiv - Kompetent

Die Evangelischen Akademien sind eine offensive Einladung der Kirchen an die Gesellschaft und die Demokratie:

  • Sie verfolgen den Anspruch, unterschiedliche und kontroverse Meinungen in einen Diskurs zu bringen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Dies gilt nicht nur für gegenwärtige Auseinandersetzungen, sondern in besonderem Maße für das Vordenken künftiger Entwicklungen.
  • Sie verstehen sich als Anwalt für Gedanken und Gruppen, die in der gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung zu Unrecht ausgegrenzt werden. Sie wollen für die Kirchen Observatorien sein und deren Reflexions- und Artikulationsfähigkeit in der wissenschaftlich-technisch geprägten Umwelt verstärken.
  • Sie ermutigen Jugendliche und junge Erwachsene zur Mitgestaltung der Zukunft der Gesellschaft. Angebote gesellschaftspolitischer Jugendbildung bieten ihnen Raum, sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und ihren Vorstellungen von einem guten Leben zu beschäftigen und ihre Fähigkeit zu eigenständigem Urteilen zu stärken.
  • Sie setzen sich auf europäischer und internationaler Ebene verstärkt mit dem globalen Wettbewerb und nationalen Sozialsystemen, dem Verhältnis von Staat und Wirtschaft zur Zivilgesellschaft und Ansätzen ziviler Konfliktbearbeitung auseinander.
  • Im Sinne eines „Dritten Ortes“ bieten die Akademien Zeit, Raum und Gelegenheit, sich mit den Stärken und Schwächen unterschiedlicher Positionen im Diskurs auseinanderzusetzen, um zu Antworten zu ermutigen, die sonst durch Ängste und Vorurteile verschwiegen werden.
  • Sie wollen Freiraum schaffen für neues Wahrnehmen, zum verbindlichen Gespräch und Austausch, zur Besinnung und zur geistigen Orientierung. Die Evangelischen Akademien übernehmen Mitverantwortung für Projekte, Modelle und neu gegründete Institutionen.

Die Evangelischen Akademien gestern und heute

Die Evangelischen Akademien entstanden im Nachkriegsdeutschland als Antwort von Christen und Kirchen auf die Zerstörung des Geistes, den Vertrauensbruch staatlicher Macht und den Völkermord durch die Nationalsozialisten. Viele Menschen suchten nach neuer moralischer Orientierung und die Evangelischen Akademien waren ein Signal für die Bereitschaft, Verantwortung beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.

Im westlichen Teil Deutschlands wurden sie bald ein unverzichtbarer Teil der demokratisch- politischen Kultur. In der ehemaligen DDR mussten sie unter wesentlich erschwerten Bedingungen aus dem innerkirchlichen Bereich heraus arbeiten. Sie wurden dort zu einem der wenigen Orte kritischer Diskussion und Reflexion.

Evangelische Akademien in ganz Deutschland trugen dazu bei, die Idee einer Laienbewegung zu realisieren, in der sich Kirche und Welt, Glaube und Beruf, Politik und Kultur miteinander zu einem Stück lebendiger und pluraler Volkskirche verbinden.

Als besondere kirchliche Orte haben die Evangelischen Akademien ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Auftrag:
Sie verstehen sich als Anwälte des Gemeinwohls in zivilgesellschaftlichem Kontext und übernehmen Mitverantwortung für Projekte, Modelle und neu gegründete Institutionen – national und zunehmend auch international. Darüber hinaus entstehen aus der Akademiearbeit zunehmend Anforderungen für Mediationen und Politikberatung.