Evangelische Akademien Deutschland

Protestantisch. Weltoffen. Streitbar.

Die Evangelischen Akademien in Deutschland

Wir beteiligen uns.

Weiterbildungsreihe für Ehrenamtliche

«Wir beteiligen uns.» ist eine Weiterbildungsreihe, die der Dachverband der Evangelischen Akademien in Deutschland im Rahmen des Programms «Qualifiziert handeln.» der Bundeszentrale für politische Bildung anbietet. Die geförderte Weiterbildung richtet sich an freiwillig Engagierte und an hauptamtlich Tätige, die mit engagierten Menschen arbeiten. Das Ziel der Weiterbildung ist die Unterstützung von Menschen bei ihrem Engagement für eine lebendige Zivilgesellschaft und gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.

Projektprofil

Neue Modulreihe beginnt September 2018 – Bewerbungen ab sofort möglich!

Jedes Jahr bieten die Evangelischen Akademien zwei Modulreihen an, die jeweils von einer Gruppe von 20 Teilnehmer*innen besucht werden. Die Gruppe bleibt während einer Modulreihe zusammen und besucht drei intensive Weiterbildungswochenenden, die im Abstand von einigen Wochen stattfinden. Dank der Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung werden alle Kosten für die Weiterbildung übernommen. Bewerben können sich freiwillig engagierte Menschen oder Personen, die mit Freiwilligen arbeiten.

Termine 2018

Die nächste Modulreihe findet im Zinzendorfhaus Neudietendorf (Thüringen) statt.

Zum Anmeldeformular.

Modul 1: Projekte für gesellschaftliche Vielfalt entwickeln – Mitstreiter gewinnen und Projektmanagement

14.-16.09.2018

Modul 2: Kreativ und demokratisch Entscheidungen treffen

19.-21.10.2018

Modul 3: Extremismus im Netz – Umgang mit Hatespeech

09.-11.11.2018

Die einzelnen Module beginnen in der Regel jeweils am Freitag um 18 Uhr und enden am Sonntag Mittag, um den Teilnehmer*innen An- und Abreise an diesen Tagen zu ermöglichen.

Im ersten Modul geht es um Projektmanagement im Ehrenamt und wie es gewinnbringend für das eigene Engagement eingesetzt werden kann. Im zweiten Modul geht es um die Frage, wie es möglich wird, dass in einem Verein, einer Initative oder Gruppe Entscheidungen von allen mitgetragen werden und, sollte dies nicht gelingen, wie mit Minderheiten umgegangen werden kann. Das dritte Modul beschäftigt sich gezielt mit Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit im Internet («Hate Speech») und wie engagierte Menschen diesen Herausforderungen begegnen können. Alle Module werden von erfahrenen Trainer*innen angeleitet. Mehr Informationen zu den Inhalten der einzelnen Module finden Sie unten.

Die Module 4 – 6 richten sich vorrangig an Teilnehmer*innen der Module 1 – 3 und finden voraussichtlich im Frühjahr 2019 statt.

 

Teilnahmebedingungen und Bewerbung

Bewerbungen sind ab sofort möglich. Voraussetzung ist ein kurzer Nachweis des persönlichen Engagements bzw. eine Darstellung der Arbeit mit Ehrenamtlichen und ein entsprechender Fortbildungsbedarf in Bezug auf die Themen der Module. Wir informieren Sie zeitnah, ob wir Ihnen einen Platz anbieten können. Angesichts der beschränkten Anzahl von Plätzen empfehlen wir in jedem Fall eine frühzeitige Bewerbung.

Die Weiterbildung wird durch die Bundeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Programms «Qualifiziert handeln» gefördert. Unterkunft und Verpflegung werden finanziert, Reisekosten werden im Rahmen des Bundesreisekostengesetzes übernommen. Teilnehmer*innen müssen lediglich eine Kostenbeteiligung für Materialien in Höhe von 30 Euro entrichten. Für eine Modulreihe können wir bis zu 20 Plätze vergeben.

Dank der Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung können wir diese Fortbildung zu sehr vorteilhaften Konditionen anbieten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir von Teilnehmer*innen im Gegenzug eine Teilnahme an allen drei Modulen einer Modulreihe erwarten. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie einen Nachweis über die erworbenen Qualifikationen.

Wenn Sie Interesse haben, schicken Sie bitte das ausgefüllte Anmeldeformular bis zum 17. Juli 2018 an uns zurück. Alle weiteren Informationen finden Sie im Anmeldeformular.

Bei Fragen rund um die Anmeldung wenden Sie sich bitte an:

Christiane Schidek
Evangelische Akademien in Deutschland e. V.
Auguststraße 80
10117 Berlin
Tel. +49(0)30/28 39 54 44
schidek@evangelische-akademien.de

Die einzelnen Module

Modul 1: Projekte für gesellschaftliche Vielfalt entwickeln – Mitstreiter gewinnen

Viele Menschen in Deutschland setzen sich gern für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz ein. Und dies nicht nur auf der Straße, vielmehr engagieren sich Menschen ganz konkret in Projekten mit anderen und für andere. So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig sind auch ihre Engagementfelder. Wie kommt man auf eine gute Projektidee und wie setzt man diese konkret um? Wir werden im ersten Modul lernen, warum eine gute Zielformulierung und Projektplanung wertvoll sind. Wir werden auch eine Methode kennenlernen, wie wir passende neue Mitstreiter gewinnen können und wie ein Erstgespräch ablaufen kann. Und schließlich werden wir erfahren, was «Anerkennungskultur» heißt und wie sie das Engagement fördern kann. Nicht zu kurz kommen dürfen auch potenzielle Schwierigkeiten und Herausforderungen im Projekt und Engagement. All das werden wir anhand von Beispielen aus der Seminargruppe bearbeiten. Es wird also sehr praktisch zugehen.

Modul 2: Kreativ und demokratisch Entscheidungen treffen

Im zweiten Modul beschäftigen wir uns mit der Frage der demokratischen Entscheidungsfindung: Als wesentlicher Bestandteil einer lebendigen und starken Zivilgesellschaft leisten Engagierte in Vereinen einen beträchtlichen Beitrag zum Erhalt demokratischer Strukturen und Werte. Sie beziehen Menschen verschiedenster Herkunft und mit ganz unterschiedlichen politischen Standpunkten in die Vereinsarbeit und auch das Vereinsvergnügen ein und sind damit ein ausgesprochen wichtiger Integrationsfaktor für eine bunte und vielfältige Gesellschaft. Unterschiedliche Traditionen und Sichtweisen können aber auch – auch intergenerationell – zu Reibungen und Konflikten führen. In diesem Modul wollen wir uns der Frage annehmen, wie wir mit diesen Reibungen und Konflikten umgehen und wie wir Vielfalt konstruktiv für ein gutes Vereinsleben nutzen können. In verschiedenen interaktiven Übungen aus dem israelischen Programm «Betzavta» werden wir auch erproben, wie der Umgang mit Minderheiten aussehen kann. Außerdem werden wir spielerisch der Frage nachgehen, wie bestimmte Instrumente gemeinsamer Entscheidungsfindung zu allseitiger Zufriedenheit und dauerhaften Regelungen im eigenen Engagement führen können.

Modul 3: Extremismus im Netz – Umgang mit Hatespeech

Initiativen und Projekte von Ehrenamtlichen und Freiwilligen, die in Bereichen wie z. B.  der Flüchtlingshilfe, Integration oder Migration tätig sind, werden im Internet gezielt und strategisch von der rechtsextremen Szene oder aus dem rechtspopulistischen Spektrum heraus angegriffen. Betroffen sind aber auch Akteure aus anderen Tätigkeitsfeldern und Bereichen des zivilgesellschaftlichen Engagements. Beispiele hierfür sind Initiativen aus den Bereichen sexuelle Orientierung/LBGT, Feminismus/Frauenrechte und Religion. Das Modul beschäftigt sich gezielt mit der Geschichte von «Hate Speech» im Internet und den verschiedenen Aspekten des Phänomens. Weiterhin geht es um die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten es beim Umgang mit Hatespeech gibt.

Modul 4: Flucht und Geflüchtete – meine Werte, deine Werte?

Gesellschaftspolitische Diskurse in Deutschland stehen zunehmend in der Gefahr, in quasi absoluten Kategorien geführt zu werden. Besonders bei den aktuellen Auseinandersetzungen um Flucht, Migration, Religion, Kultur und Terrorismus ist zu beobachten, dass demokratische Konfliktfähigkeit zugunsten von absoluten Wertvorstellungen aufgegeben wird. Vertreter jeweils anderer Positionen werden dabei scharf verurteilt, ihnen wird die Legitimation jeweils abgesprochen. Dies ist im zivilgesellschaftlichen Bereich beobachtbar, aktuell auch zunehmend im politischen Diskurs verschiedener Parteien sowie in den Medien. In Modul 4 setzen sich die Teilnehmenden mittels praktischen Übungen mit diesem Thema auseinander.

Modul 5: Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Der Umgang mit antidemokratischen Einstellungen und Strukturen im ländlichen Raum ist gerade für freiwillig Engagierte nicht immer einfach: Wie erkennt man rechtsextremistisches Gedankengut? Wie verhält man sich als Ehrenamtliche*r? Das 5. Modul will diesen und weiteren Fragen auf den Grund gehen und beschäftigt sich mit Ideologie und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Ungleichheitsideologien, rechtsextremen Organisationsformen, Strategien und Symbolen sowie der Entwicklung von Handlungsstrategien im Umgang mit extremen Phänomenen. Dabei wird an Fragestellungen aus der Gruppe gearbeitet und ein Bezug  zum Flüchtlingsthema hergestellt.

Modul 6: Gewalt erzeugt Gegengewalt: Wie lässt sich das ändern? Gewaltfreie Kommunikation in der Arbeit mit Ehrenamtlichen und im Umgang mit extremen Positionen.

Im 6. Modul der Reihe werden die Teilnehmer*innen die «Gewaltfreie Kommunikation» kennenlernen. Idee dieser Methode ist es, empathisch (also mit Anteilnahme und Empfindsamkeit) miteinander umzugehen, zuzuhören und zu kommunizieren. Ein solches empathisches Miteinander kann helfen, Situationen, die wir als rassistisch/menschenverachtend oder gewaltvoll erleben, friedvoll zu lösen. Gewaltfreie Kommunikation soll helfen, sich ehrlich und klar auszudrücken und zuzuhören. Sie ist auf die Bedürfnisse und Gefühle gerichtet, die hinter Handlungen und Konflikten stehen. Wir werden uns mit Fragen wie «Höre ich zu oder interpretiere ich sofort?», «Kann ich wertfrei zuhören?», «Wie drücke ich mich aus, wenn mir das Verhalten meines Gegenübers nicht gefällt?», «Warum verhält sich mein Gegenüber so, wie er es tut?» und ähnlichem beschäftigen.

Das Programm «Qualifiziert handeln!» der bpb

Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen begegnen, zivilgesellschaftliches Engagement stärken: Es gibt viele Menschen in Deutschland, die sich gegen Rechtsextremismus und abwertende Haltungen beruflich und ehrenamtlich engagieren. Und die etwas dafür tun wollen, dass menschenfeindliche Ideologien keinen Platz in der Gesellschaft haben. Mitunter gleicht dieses Vorhaben aber einem Kampf gegen Windmühlen: Mangelnde Qualifizierungsangebote, Unsicherheit und die fehlende Bereitschaft, bestimmte Vorurteile zu bearbeiten, lassen oft genau diejenigen alleine da stehen, denen die Thematik besonders am Herzen liegt.

Daran möchten wir etwas ändern. Das Fortbildungskonzept «Qualifiziert handeln!» schafft ein Bewusstsein dafür, dass Sie nicht allein auf weiter Flur stehen, sondern wertvolle Arbeit leisten. Das Angebot ist in Deutschland einmalig und gibt Ihnen die Chance, sich zu vernetzen, die eigene Arbeit zu reflektieren, sich wissenschaftlich fundiert fortzubilden und nimmt Ihr unverzichtbares Engagement ernst.

Qualifiziert handeln: Wer wir sind

Das Programm wird im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gemeinsam von insgesamt drei unterschiedlichen Trägern umgesetzt. Wir ergänzen uns in unseren Möglichkeiten, haben bereits wiederholt kooperiert und versuchen stets, komplementär zu arbeiten. Im Rahmen von «Qualifiziert handeln!» werden derzeit drei Fortbildungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten:

Der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben führt eine über mehrere Monate laufende Fortbildung für Multiplikator*innen zu Aspekten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch. Das DGB Bildungswerk Bund bearbeitet in seinem ebenfalls mehrmonatigen Fortbildungsangebot Einstellungen und Verhaltensweisen des organisierten Rechtsextremismus. Die Evangelischen Akademien in Deutschland möchten durch ihre Weiterbildung insbesondere Ehrenamtliche in ihrem Engagement stärken.

Die Fortbildungsangebote ergänzen sich gegenseitig und können unabhängig voneinander wahrgenommen werden. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat «Qualifiziert handeln!» gemeinsam mit den Partnern entwickelt. Sie fördert und koordiniert die Aktivitäten.

Ein wissenschaftlicher Beirat sichert die Qualität der Fortbildungsreihen. Zu ihm gehören neben dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf das Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie die Forschungsprofessur Prävention gegen Autoritarismus an der Hochschule Koblenz. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere inhaltlichen Schwerpunkte stets den neuesten Forschungsstand im Blick haben.

Ansprechpartner*innen

Projektleitung und Projektassistenz

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