Evangelische Akademien Deutschland

Protestantisch. Weltoffen. Streitbar.

Die Evangelischen Akademien in Deutschland

Wir beteiligen uns.

Weiterbildungsreihe für Ehrenamtliche

«Wir beteiligen uns.» ist eine Weiterbildungsreihe, die der Dachverband der Evangelischen Akademien in Deutschland im Rahmen des Programms «Qualifiziert handeln.» der Bundeszentrale für politische Bildung konzipiert hat. Die geförderte Weiterbildung richtet sich an freiwillig Engagierte und an hauptamtlich Tätige, die mit engagierten Menschen arbeiten. Eine Modulreihe umfasst drei intensive Weiterbildungswochenenden, die im Abstand von einigen Wochen stattfinden.

 

 

 

Projektprofil

Bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen gewinnt ein Thema mehr und mehr an Bedeutung: Qualifiziertes Handeln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat daher in Kooperation mit drei ausgewählten Partnern ein umfassendes Fortbildungskonzept entwickelt: Das DGB-Bildungswerk Bund, der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben und die Evangelischen Akademien in Deutschland führen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit jeweils besonderen Schwerpunkten durch. «Wir beteiligen uns.» ist die Fortbildung der Ev. Akademien:

Die Weiterbildung «Wir beteiligen uns.» will die Engagierten in ihrem Handeln stärken. Freiwillig engagierte Menschen sind ein wesentlicher Bestandteil der Zivilgesellschaft. Sie planen, sie koordinieren, sie bieten Gesprächskreise an, sie stellen Initiativen auf die Beine – kurz: Sie unterstützen andere in verschiedensten Lebenslagen und tragen durch ihr Tun zu mehr Miteinander, gegenseitiger Wertschätzung und einer solidarischen Gesellschaft bei. Die Weiterbildung «Wir beteiligen uns.» will die Engagierten in ihrem Tun stärken.

Dafür werden wir sie in drei zentralen Bereichen quali zieren: Im ersten Modul geht es um Projektmanagement im Ehrenamt und wie das gewinnbringend für das eigene Engagement eingesetzt werden kann. Im zweiten Modul geht es um die Fragen, wie es möglich wird, dass in einem Verein, einer Initative oder Gruppe Entscheidungen von allen mitgetragen werden und, sollte dies nicht gelingen, wie mit Minderheiten umgegangen werden kann. Das dritte Modul schließlich deckt das weite Feld der Kommunikation ab: Es geht sowohl um die Selbsteinschätzung – was will ich hören? Wie kommuniziere ich? – als auch um das Problem, wie mit extremen Standpunkten umgegangen werden kann.

Die gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelte Weiterbildungsreihe richtet sich an freiwillig Tätige und an Hauptamtliche, die mit Freiwilligen arbeiten.

 

Das Programm «Qualifiziert handeln!» der bpb

Das Programm der Bundeszentrale für politische Bildung

Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen begegnen, zivilgesellschaftliches Engagement stärken: Es gibt viele Menschen in Deutschland, die sich gegen Rechtsextremismus und abwertende Haltungen beruflich und ehrenamtlich engagieren. Und die etwas dafür tun wollen, dass menschenfeindliche Ideologien keinen Platz in der Gesellschaft haben. Mitunter gleicht dieses Vorhaben aber einem Kampf gegen Windmühlen: Mangelnde Qualifizierungsangebote, Unsicherheit und die fehlende Bereitschaft, bestimmte Vorurteile zu bearbeiten, lassen oft genau diejenigen alleine da stehen, denen die Thematik besonders am Herzen liegt.

Daran möchten wir etwas ändern. Das Fortbildungskonzept «Qualifiziert handeln!» schafft ein Bewusstsein dafür, dass Sie nicht allein auf weiter Flur stehen, sondern wertvolle Arbeit leisten. Das Angebot ist in Deutschland einmalig und gibt Ihnen die Chance, sich zu vernetzen, die eigene Arbeit zu reflektieren, sich wissenschaftlich fundiert fortzubilden und nimmt Ihr unverzichtbares Engagement ernst.

Qualifiziert handeln: Wer wir sind

Das Programm wird im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gemeinsam von insgesamt drei unterschiedlichen Trägern umgesetzt. Wir ergänzen uns in unseren Möglichkeiten, haben bereits wiederholt kooperiert und versuchen stets, komplementär zu arbeiten. Im Rahmen von «Qualifiziert handeln!» werden derzeit drei Fortbildungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten:

Der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben führt eine über mehrere Monate laufende Fortbildung für Multiplikator*innen zu Aspekten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit durch. Das DGB Bildungswerk Bund bearbeitet in seinem ebenfalls mehrmonatigen Fortbildungsangebot Einstellungen und Verhaltensweisen des organisierten Rechtsextremismus. Die Evangelischen Akademien in Deutschland möchten durch ihre Weiterbildung insbesondere Ehrenamtliche in ihrem Engagement stärken.

Die Fortbildungsangebote ergänzen sich gegenseitig und können unabhängig voneinander wahrgenommen werden. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat «Qualifiziert handeln!» gemeinsam mit den Partnern entwickelt. Sie fördert und koordiniert die Aktivitäten.

Ein wissenschaftlicher Beirat sichert die Qualität der Fortbildungsreihen. Zu ihm gehören neben dem Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf das Kompetenzzentrum Rechtsextremismus der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie die Forschungsprofessur Prävention gegen Autoritarismus an der Hochschule Koblenz. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere inhaltlichen Schwerpunkte stets den neuesten Forschungsstand im Blick haben.

Die einzelnen Module

Modul 1: Projekte für gesellschaftliche Vielfalt entwickeln – Mitstreiter gewinnen.

Viele Menschen in Deutschland setzen sich gern für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz ein. Und dies nicht nur auf der Straße, vielmehr engagieren sich Menschen ganz konkret in Projekten mit anderen und für andere. So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig sind auch ihre Engagementfelder. Wie kommt man auf eine gute Projektidee und wie setzt man diese konkret um? Wir werden im ersten Modul lernen, warum eine gute Zielformulierung und Projektplanung wertvoll sind. Wir werden auch eine Methode kennenlernen, wie wir passende neue Mitstreiter gewinnen können und wie ein Erstgespräch ablaufen kann. Und schließlich werden wir erfahren, was «Anerkennungskultur» heißt und wie sie das Engagement fördern kann. Nicht zu kurz kommen dürfen auch potenzielle Schwierigkeiten und Herausforderungen im Projekt und Engagement. All das werden wir anhand von Beispielen aus der Seminargruppe bearbeiten. Es wird also sehr praktisch zugehen.

 

Modul 2: Hurra – ein Konflikt?! Kreativ und demokratische Entscheidungen treffen

Im zweiten Modul beschäftigen wir uns mit der Frage der demokratischen Entscheidungsfindung: Als wesentlicher Bestandteil einer lebendigen und starken Zivilgesellschaft leisten Engagierte in Vereinen einen beträchtlichen Beitrag zum Erhalt demokratischer Strukturen und Werte. Sie beziehen Menschen verschiedenster Herkunft und mit ganz unterschiedlichen politischen Standpunkten in die Vereinsarbeit und auch das Vereinsvergnügen ein und sind damit ein ausgesprochen wichtiger Integrationsfaktor für eine bunte und vielfältige Gesellschaft. Unterschiedliche Traditionen und Sichtweisen können aber auch – auch intergenerationell – zu Reibungen und Konflikten führen. In diesem Modul wollen wir uns der Frage annehmen, wie wir mit diesen Reibungen und Konflikten umgehen und wie wir Vielfalt konstruktiv für ein gutes Vereinsleben nutzen können. In verschiedenen interaktiven Übungen aus dem israelischen Programm «betzavta» werden wir auch erproben, wie der Umgang mit Minderheiten aussehen kann. Außerdem werden wir spielerisch der Frage nachgehen, wie bestimmte Instrumente gemeinsamer Entscheidungs ndung zu allseitiger Zufriedenheit und dauerhaften Regelungen im eigenen Engagementfeld führen können.

 

Modul 3 – Ist Kommunikation wirklich alles?

Kommunikation ist mehr als eine Technik. Kommunikative Kompetenz ist nicht Anhäufung theoretischen Wissens, sondern Einübung im Handeln, eine andauernde korrigierende Interaktion mit anderen. Kommunikative Fähigkeiten sind in und durch Erfahrung erworbene Fähigkeiten. Kommunikation kann neue Wege in Entscheidungssituationen und bei Konflikten öffnen. Kommunikation kann gleichzeitig ein klares «Stopp!» setzen, wenn eine Toleranzgrenze überschritten ist. Abgrenzung von extremen Sichtweisen und den eigenen Standpunkt zu vertreten sind wichtig, um Wertschätzung mit dem Bekenntnis für demokratische Grundwerte zu kombinieren. In diesem Modul lernen wir Modelle der Kommunikation und des Umgangs mit Konflikten kennen. Wir wenden diese Modelle auf uns als Seminargruppe, aber auch auf Beispiele des Engagments der Teilnehmenden an. Gemeinsam üben und erleben wir Chancen neuer Wege von Kommunikation. Wir loten aus, wo Kommunikation ihre Grenzen erreicht und welche alternativen Wege für den Umgang mit extremen Standpunkten möglich sind.

 

Modul 4 – Flucht und Geflüchtete – meine Werte, deine Werte?

Gesellschaftspolitische Diskurse in Deutschland stehen zunehmend in der Gefahr, in quasi absoluten Kategorien geführt zu werden. Besonders bei den aktuellen Auseinandersetzungen um Flucht, Migration, Religion, Kultur und Terrorismus ist zu beobachten, dass demokratische Konfliktfähigkeit zugunsten von absoluten Wertvorstellungen aufgegeben wird. Vertreter jeweils anderer Positionen werden dabei scharf verurteilt, ihnen wird die Legitimation jeweils abgesprochen. Dies ist im zivilgesellschaftlichen Bereich beobachtbar, aktuell auch zunehmend im politischen Diskurs verschiedener Parteien sowie in den Medien. In Modul 4 setzen sich die Teilnehmenden mittels praktischen Übungen mit diesem Thema auseinander.

 

Modul 5: Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Der Umgang mit antidemokratischen Einstellungen und Strukturen im ländlichen Raum ist gerade für freiwillig Engagierte nicht immer einfach: Wie erkennt man rechtsextremistisches Gedankengut? Wie verhält man sich als Ehrenamtliche*r? Das 5. Modul will diesen und weiteren Fragen auf den Grund gehen und beschäftigt sich mit  Ideologie und Erscheinungsformen des Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Ungleichheitsideologien, rechtsextremen Organisationsformen, Strategien und Symbolen sowie der Entwicklung von Handlungsstrategien im Umgang mit extremen Phänomenen. Dabei wird an Fragestellungen aus der Gruppe gearbeitet und ein Bezug  zum Flüchtlingsthema hergestellt.

 

Modul 6: Gewalt erzeugt Gegengewalt: Wie lässt sich das ändern? Gewaltfreie Kommunikation in der Arbeit mit Ehrenamtlichen und im Umgang mit extremen Positionen.

Im 6. Modul der Reihe werden die Teilnehmer*innen die «Gewaltfreie Kommunikation» kennenlernen. Idee dieser Methode ist es, empathisch (also mit Anteilnahme und Empfindsamkeit) miteinander umzugehen, zuzuhören und zu kommunizieren. Ein solches empathisches Miteinander kann helfen, Situationen, die wir als rassistisch/menschenverachtend oder gewaltvoll erleben, friedvoll zu lösen. Gewaltfreie Kommunikation soll helfen, sich ehrlich und klar auszudrücken und zuzuhören. Sie ist auf die Bedürfnisse und Gefühle gerichtet, die hinter Handlungen und Konflikten stehen. Wir werden uns mit Fragen wie «Höre ich zu oder interpretiere ich sofort?», «Kann ich wertfrei zuhören?», «Wie drücke ich mich aus, wenn mir das Verhalten meines Gegenübers nicht gefällt?», «Warum verhält sich mein Gegenüber so, wie er es tut?» und ähnlichem beschäftigen.

 

Termine und Veranstaltungsorte

Die einzelnen Module beginnen in der Regel jeweils Freitag 18 Uhr und enden Sonntagmittag, um den Teilnehmer*innen An- und Abreise an diesen Tagen zu ermöglichen.

 

Module 4 – 6:

Ev. Landjugendakademie Altenkirchen, Rheinland-Pfalz (Westerwald)

Modul 4: 06.-08. April 2018

Modul 5: 04.-06. Mai 2018

Modul 6: 22.-24. Juni 2018

Die Module 4 – 6 richten sich vorrangig an Teilnehmer*innen der Module 1 – 3. Voraussichtlich können wir einige zusätzliche Plätze für weitere Personen anbieten. Voraussetzung ist der Nachweis des persönlichen Engagements und ein entsprechender Fortbildungsbedarf in Bezug auf die Themen der Module. Wir informieren Sie bis zum 28. Februar, ob wir Ihnen einen Platz anbieten können.

Weitere Informationen finden Sie im Anmeldeformular.

 

Module 1 bis 3:

Zinzendorfhaus Neudietendorf, Thüringen

Modul 1: 14.-16. September 2018

Modul 2: 19.-21. Oktober 2018

Modul 3: 09.-11. November 2018

_____________________________________________________________________

 

Kosten – Teilnahme – Qualifikation

Die Weiterbildung wird vom Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms «Zusammenhalt durch Teilhabe» gefördert. Es ist daher nur eine Kostenbeteiligung für Materialien wie Bücher, Handouts etc. in Höhe von 30 Euro zu entrichten. Bis zu 20 Personen können die Module jeweils besuchen.

Unterkunft und Verpflegung sind frei, anfallende Reisekosten werden im Rahmen des Bundesreisekostengesetzes übernommen.

Dank der Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung können wir diese Fortbildung zu sehr vorteilhaften Konditionen anbieten. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir von Teilnehmer*innen im Gegenzug eine Teilnahme an allen drei Modulen einer Modulreihe erwarten. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie einen Nachweis über die erworbenen Qualifikationen.

Anmeldung

Wenn Sie Interesse haben, schicken Sie bitte das ausgefüllte Anmeldeformular bis zum 19. Februar 2018 an uns zurück. Alle weiteren Informationen finden Sie im Anmeldeformular.

Bei Fragen rund um die Anmeldung wenden Sie sich bitte an:

Christiane Schidek

EAD, Auguststraße 80, 10117 Berlin

Tel. +49(0)30/28 39 54 44, schidek@evangelische-akademien.de

 

Ansprechpartnerinnen

Projektleitung und Projektassistenz

  • Pichert, Daniel

    Referent Politische Bildung, Öffentlichkeitsarbeit (Elternzeitvertretung Christine Dotterweich), Geschäftsstelle Evangelische Akademien in Deutschland e. V.

    Zum Profil
  • Schidek, Christiane

    Buchhaltung, Sachbearbeitung und Projektassistenz, Geschäftsstelle Evangelische Akademien in Deutschland e. V.

    Zum Profil
  • Dotterweich, Christine

    Seit Juni 2017 in Elternzeit – Bereichsleitung Öffentlichkeitsarbeit und politische Bildung, Geschäftsstelle Evangelische Akademien in Deutschland e. V.

    Zum Profil

Materialien

Förderer