1955 beim 10 jährigen Jubiläum und der Einweihung des Hauptbaus in Bad Boll. V.l.n.r.: Württembergischer Landesbischof Dr. Martin Haug; Bundespräsident Theodor Heuss; Badischer Landesbischof Dr. Julius Bender; Bad Boller Akademie-Direktor Dr. Eberhard Müller.

2006 bei der Verleihung des Tutzinger Tolleranzpreises. V.l.n.r.: Dorothea Friedrich, Bayrischer Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Karin Greiner, seine Hoheit der Aga Khan, Tutzinger Akademie-Direktor Dr. Friedemann Greiner, Bundesaußenminister Frank W. Steinmeier; Staatssekretär Karl Freller, Bayerisches Kultusministerium.

1968 bei der Bad Boller Tagung "Novus ordo saeculorum oder Das Problem der Revolution in Deutschland". V.l.n.r.: Prof. Dr. Wolf-Dieter Marsch, Prof. Ernst Bloch, Tagungsleiter Pfarrer Klaus Reblin, Rudi Dutschke.

Neujahrsempfang 2006 der Evangelische Akademie Tutzing. V.l.n.r.: Horst Köhler, Bundespräsident; Dr. Friedemann Greiner, Akademiedirektor Tutzing; Dr. Edmund Stoiber.

Gestern und heute

Die Evangelischen Akademien entstanden im Nachkriegsdeutschland als Antwort von Christen und Kirchen auf die Zerstörung des Geistes, den Vertrauensbruch staatlicher Macht und den Völkermord durch die Nationalsozialisten. Viele Menschen suchten nach neuer moralischer Orientierung und die Evangelischen Akademien waren ein Signal für die Bereitschaft, Verantwortung beim Aufbau einer demokratischen Gesellschaft zu übernehmen.

Im westlichen Teil Deutschlands wurden sie bald ein unverzichtbarer Teil der demokratisch- politischen Kultur. In der ehemaligen DDR mussten sie unter wesentlich erschwerten Bedingungen aus dem innerkirchlichen Bereich heraus arbeiten. Sie wurden dort zu einem der wenigen Orte kritischer Diskussion und Reflexion.

Evangelische Akademien in ganz Deutschland trugen dazu bei, die Idee einer Laienbewegung zu realisieren, in der sich Kirche und Welt, Glaube und Beruf, Politik und Kultur miteinander zu einem Stück lebendiger und pluraler Volkskirche verbinden.

Als besondere kirchliche Orte haben die Evangelischen Akademien ein gemeinsames Ziel und einen gemeinsamen Auftrag:
Sie verstehen sich als Anwälte des Gemeinwohls in zivilgesellschaftlichem Kontext und übernehmen Mitverantwortung für Projekte, Modelle und neu gegründete Institutionen - national und zunehmend auch international. Darüber hinaus entstehen aus der Akademiearbeit zunehmend Anforderungen für Mediationen und Politikberatung.