Abgeschlossene Akademieprojekte

Das Profil Evangelischer Akademien als Vermittler, Forum oder Dritter Ort in Gesellschaft und Kirche wird an einer Auswahl exemplarischer Projekte deutlich. Initiativfunktionen, Konfliktmediationen, Netzwerkbildungen auf regionaler, bundesweiter und internationaler Ebene kennzeichnen diese Projekte. Über die > Netzwerkprojekte hinaus werden solche Vorhaben kontinuierlich an den einzelnen Akademien durchgeführt.

Projektbeispiele:


"Demoskopie-Projekt: Den Altersmix wagen

Das Wirtschaftsministerium hat der Evangelischen Akademie Bad Boll einen Zuschuss in Höhe von 191.285 Euro für das groß angelegte Projekt "Demographische Entwicklung - Belegschaften werden älter" bewilligt. Ministerialdirektor Friedrich Bullinger übergab am Montag (21.3.2005) den Bewilligungsbescheid an Studienleiter Harald Rössle, Mitglied des Projektteams in der Akademie. Bullinger sagte bei der Übergabe, dass unsere Städte und Betriebe vor großen Herausforderungen stünden, weil absehbar sei, dass das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer erheblich steigen werde. "Man muss diesen unsinnigen Jugendwahn ablegen und den Mix von jüngeren und älteren Arbeitnehmern wagen". Bullinger begrüßte, dass diese Problematik von der Evangelischen Akademie Bad Boll aufgegriffen wurde. Der Zuschuss für das Projekt stammt aus Mitteln des "Europäischen Sozialfonds Ziel 3" (EFS Ziel 3), in dessen Rahmen das Wirtschaftsministerium weitere 300 Vorhaben betreut. Ziel des Projekts ist es, Unternehmerinnen und Unternehmer, Personalverantwortliche sowie Interessenvertreter der Beschäftigten für die Fähigkeiten und Potentiale älterer Beschäftigter zu sensibilisieren. Ebenso sollen die Lernbereitschaft älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterentwickelt und ihre Motivation gefördert werden. In dem Themenkatalog der Projektbeschreibung werden unter anderem folgende Punkte benannt: Es müssen Vorurteile über Leistungsdefizite Älterer abgebaut werden, die Motivation zum lebenslangen Lernen gefördert und altersgemischte Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Als Auftaktveranstaltung wird es eine Klausurtagung mit allen Beteiligten geben. Danach wird in regionalen Veranstaltungen und bei 140 Kontaktbesuchen in Unternehmen für das Projekt in der Hoffnung auf eine rege Beteiligung geworben. In den beteiligten Betrieben werden dann für verschiedene Zielgruppen Beratungstage und Seminare ausgerichtet.

Evangelische Akademie Bad Boll


"Kirche und die sozialen Milieus der Gesellschaft"

(in Kooperation mit einer Forschungsgruppe der Universität Hannover, Prof. Vester):
Repräsentative Erhebung (mit quantitativen und qualitativen Methoden) zu milieuspezifischen Habitusformen vis à vis Religion und Kirche in der (west-) deutschen Gesellschaft.
Begleitet wurde dieser Prozess, der von der Ev. Lutherischen Landeskirche Hannovers unterstützt wurde, durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit: 2 Tagungen, eine Buchveröffentlichung, zahlreiche Zeitschriftenveröffentlichungen, Vorträge in der gesamten Landeskirche und darüber hinaus, Einbeziehung der Gemeindeberatung.
Die Studie kann als Handbuch für Gemeinden, Kirchenkreise, kirchliche Einrichtungen und Werke zur Sensibilisierung gegenüber kirchennahen und insbesondere kirchenferneren Zielgruppen bezüglich deren Einstellungen und Verhaltensweisen zu Religion und Kirche gelten. In dieser Hinsicht hat sie eine weite Verbreitung erfahren.

Evangelische Akademie Loccum


Einführung des islamischen Religionsunterrichtes in Niedersachsen

Auf der Basis einer Akademiekonsultation (6.-8. August 2002) mit allen maßgeblichen islamischen Verbänden und Einrichtungen in Niedersachsen, den Kirchen, den Hochschulen und der Landesregierung wurde die Tagesordnung des ersten Runden Tisches, zu dem dann die Landesregierung einlud (2. September 2002) vorbereitet und "ausgehandelt". Dabei konnten auch verfassungsrechtliche, curriculare und das Lehrpersonal angehende Probleme "vorbesprochen" werden. Auf der Konsultation trafen Landesregierung und muslimische Verbände erstmalig aufeinander. Der erste Modellversuch (nach GG, Art. 7, Abs. 3) wird voraussichtlich im August 2003 starten.

Evangelische Akademie Loccum


Baustelle Arbeitsmarkt Nordhessen

Problem: Arbeitslosigkeit als regionale Herausforderung in Nordhessen und in den angrenzenden Regionen Thüringens
Die Evangelische Akademie Hofgeismar greift die Vorschläge der Hartz-Kommission auf, durchleutet diese mit Fachleuten auf ihre regionalspezifische Wirkung und Umsetzungsmöglichkeiten und entwickelt als Forum konkrete Strategien mit den regionalen Sozialpartnern.
Vernetzung: Arbeitsamt Kassel, DGB- Landesverband, KDA der Ev. Kirche Kurhessen Waldeck
Veranstaltungen: Öffentliche Tagungen - vorbereitende Arbeitskreise
Ziel: Entwicklung von Perspektiven und Ideen für mehr Beschäftigung auf regionaler Ebene durch Vernetzung der in der Gestaltung von Arbeit tätigen Institutionen Nutzen der akademiespezifischen Möglichkeiten des Dialogs über verfestigte Postionen hinaus zu gelangen.

Evangelische Akademie Hofgeismar


Kirche und Kultur

Das Thema Kirche und Kultur ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema der Ev. Akademie Iserlohn. Die Ev. Kirche von Westfalen hat den für Kunst und Kultur zuständigen Akademie-Studienleiter zum Beauftragten für Kultur berufen. Daraus entwickelt sich ein für die Akademie-Arbeit interessantes Projekt, einerseits Leitsätze für die Kulturarbeit der EKvW zu entwickeln und andererseits die kirchlichen Kulturinitiativen stärker zu vernetzen. In diesem Zusammenhang ist bereits eine Broschüre mit einer Bestandsaufnahme der Kulturarbeit der EKvW erschienen.

Evangelische Akademie Iserlohn


Initiierung des Vereins "Miteinander" Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

Gegründet in der Evangelischen Akademie mit Landtagsabgeordneten, VertreterInnen von Initiativen und Institutionen auf regionaler und lokaler Ebene mit dem Ziel, ein breites übergreifendes Netzwerk von Bildungseinrichtungen gegen Rechtextremismus zu schaffen.
Ergebnis: Das Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit wurde mittlerweile der zentrale Verein in Sachsen-Anhalt im Kampf gegen den Rechtsextremismus mit einer jährlichen Unterstützung von 1 Mill. Euro. Der ehemalige Direktor der Akademie, ein bekannter oppositioneller Theologe in der DDR, und der gegenwärtige Direktor der Akademie sind im Vorstand vertreten.
Die Akademie begleitet weiterhin die Aktivitäten des Netzwerkes und versteht sich als ein Teil desselben.

Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt


Erneuerbare Energien - ein grenzübergreifendes Projekt Deutschland, Polen, Tschechien

Absicht und Ziel: Die Knappheit der Ressourcen und die ökologische Belastung zwingen zu einer Umsteuerung in der Nutzung unserer Energiereserven. Erneuerbare Energien bieten einen potentiellen Ausweg. In einem mehrjährigen Projekt Meißner Foren zu den sozialen und ethischen Dimensionen der Energieversorgung" sollen die Notwendigkeiten der Veränderung verdeutlicht, die Chancen durch die Erneuerbaren Energien demonstriert und die politischen, gesellschaftlichen und individuellen Konsequenzen besprochen werden. Das Projekt arbeitet grenzübergreifend mit der polnischen Republik und Tschechien und vereint die bildungspolitische Dimension der Akademiearbeit mit ihrer demonstrativen Wirkung durch den Einbau eines rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerkes und einer Solarthermie- und Photovoltaikanlage in der Akademie.
Wann: 1997 - 2003
Mit wem: Verein der Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien, Initiative regenerative Energien, Entwickler und Anwender Erneuerbarer Energien, Landes- und Bundespolitiker, Kirchen aus Deutschland, Polen und Tschechien.
Ergebnis/ Wirkung: Zunehmende Sensibilität in der Gesellschaft an der Erneuerung unserer Energiegrundlagen. Vertiefung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien.

Evangelische Akademie Meissen


Gründung des "Tutzinger Forums Bioethik"

Die gesellschaftliche Debatte zum Verhältnis von Lebenswissenschaften, Ethik, Biopolitik und Ökonomie ist eröffnet. Sie ist Spiegelbild der Paradigmenwechsel, die sich im Blick auf die Frage der Würde und Freiheit des Menschen formieren. Die entsprechenden Diskurse werden national und international geführt.
Eines ist unstrittig: Um im Horizont der anstehenden grundsätzlichen Fragen und Lösungsvorschläge die Argumente und Einstellungen gewichten zu können, bedarf es einer breit angelegten Diskussion, die öffentlich und mit der gebotenen Sorgfalt zu führen ist.
Die Evangelische Akademie hat das "Tutzinger Forum Bioethik" gegründet, um den notwendigen Gesprächen zwischen den unterschiedlichsten politischen, wissenschaftlichen, weltanschaulichen, religiösen und ethischen Positionierungen eine entsprechende Plattform zu bieten.
Aktuelle Foren:
Was ist Gesundheit? (18.-20.11.2005)
Schmerz: Herausforderung für die Therapie (03.-05.03.2006)

Evangelische Akademie Tutzing


Projekt "Integration statt Diskriminierung"

Auf einer Tagung 2002 wurden Fragen nach Chancen und Grenzen der neuen Zuwanderungsregelung für die Integration auch und besonders andersgläubiger BürgerInnen gestellt. So wurden die Themen Einwanderung und interreligiöser Dialog innovativ miteinander geschnitten und die Bedeutung des Religionsdialogs für eine gelingende Implementierung der Einwanderungsregelung gezeigt. Die positive Wirkung gerade auch des auf der Tagung geführten muslimisch-jüdischen Diskurses soll dazu führen, dass, u.a. mit Hilfe des American Jewish Congress Berlin, VertreterInnen jüdischer Organisationen stärker als bisher auch in den interreligiösen Diskurs eintreten.
Als Folgetagungen und Aktivitäten sind mittelfristig geplant:
- regionaler Konsultationsprozess (in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten von NRW), Runder Tisch zu Fragen "interkultureller Achtsamkeit": eventuell als Angebot für die Aufgabe einer interkulturellen Öffnung von Verwaltung
- Kooperationen zum Thema Bildung und Integration (mit Staatskanzlei und Bildungsministerium).
Als Plattform dafür kann die bereits eingerichtete Arbeitsgruppe "Forum Ruhrgebiet" dienen, auch mit öffentliches Hearing (bis hin zu konkreten Fragen zu Moscheebauten etc.)
Ziele: Erarbeitung eines Memorandums über anthropologische Grundannahmen von Integrationskonzepten (interreligiöse Integrationscharta). Obiges Memorandum könnte ebenfalls Eingang finden in die anstehende (europaweite) Debatte um ein Antidiskriminierungsgesetz.
2003/2004 soll eine große Tagung in der Akademie stattfinden, Arbeitstitel "Zwischen Gesetz und Gesellschaft - Zuwanderung, Integration, Antidiskriminierung"
(In Kooperation: Konferenz Europäischer Kirchen, dem Programm "Europa eine Seele geben" der EK, der Ökumeneabteilung der Rheinischen Kirche, dem Integrationsbeauftragten von NRW, CCME, ENAR, EKD und der Vertretung der Akademien in Brüssel, mit dem BMI und BAMF.
Auf diesem Weg ist auch die Bildung regionaler, deutscher, evtl. europäischer Netzwerke geplant.

Evangelische Akademie Mülheim


"Kultur und Mannigfaltigkeit" - Herderkongress 2003

Kongress zum 200. Todestag von Johann Gottfried Herder; Kooperation mit der Weimar Kulturstadt GmbH und dem congress centrum neue weimarhalle vom 13. bis 11. November 2003; erstmaliger Versuch eines populär-wissenschaftlichen Kongresses mit einem kommerziellen Partner (der bereit ist, das finanzielle Risiko zu tragen...); falls dies gelingen sollte, ist daran gedacht, eine Tagungsreihe ins Leben zu rufen ("Kultur und ...."), im kommenden Jahr - in Anlehnung an die Landesausstellung "Residenzen in Thüringen" - zum Thema "Kultur und Herrschaft".

Evangelische Akademie Thüringen
Evangelische Akademie Mülheim